Isartor Im Tunnel: S-Bahn erfasst 18-Jährigen

Dramatischer Zwischenfall am Sonntagmorgen: Ein junger Münchner klettert am Isartor auf die Gleise und wird schwer verletzt

 

MÜNCHEN Es war bodenloser Leichtsinn und wäre um ein Haar tödlich ausgegangen: Der 18-jährige Kai S. (Name geändert) kam am frühen Sonntagmorgen auf die Schnapsidee, die S-Bahn–Röhre für den Heimweg zu benutzen.
Der alkoholisierte Münchner stieg am S-Bahnhof Isartor auf die Gleise und wanderte in Richtung Rosenheimer Platz los. Doch er kam nicht weit. Eine S-Bahn, die kurz zuvor am Rosenheimer Platz abgefahren war, begegnete ihm im S-Bahn-Tunnel. Der S-Bahn-Fahrer sah den Fußgänger und versuchte eine Notbremsung. Dass die S-Bahn langsamer wurde, könnte Kai S. das Leben gerettet haben.

Der hatte selber noch versucht, sich an die Wand zu drücken, um dem Zug auszuweichen. Doch die S-Bahn erfasste ihn trotzdem. Er erlitt schwerste Verletzungen vom Wirbelsäulen- bis zum Schlüsselbeinbruch. Der Sprecher der Bundespolizei, Berti Habelt, konnte am Nachmittag aber zumindest in puncto Lebensgefahr Entwarnung geben: „Sein Zustand ist jetzt stabil.” Die S-Bahn-Strecke war von 6.05 Uhr bis 7.07 Uhr wegen des Notarzteinsatzes gesperrt.

Kai S. Leichtsinn ist kein Einzelfall. Erst im Dezember war ein 19-Jähriger von einer S-Bahn angefahren und getötet worden. Der junge Mann war nahe Emmering (Kreis Fürstenfeldbruck) zu Fuß auf den Bahngleisen unterwegs gewesen. Im vergangenen Juli war Markus S. (18) betrunken im Bahnhof Neuperlach Süd ins Gleis gestürzt und von einer S-Bahn erfasst worden.
Der Fall Kai S. ist Wasser auf die Mühlen des Fahrgastverbandes „Aktion Münchner Fahrgäste”. Der fordert ein besseres Sicherheitssystem. 

 

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