Irre Wendung des Falls Familie in Starnberg ermordet: Es war ein Spezl (19)

Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord und Vertreterinnen der Staatsanwaltschaft München bei der Pressekonferenz am Freitagnachmittag. Foto: nk

Vor gut zehn Tagen werden drei tote Personen in einem Starnberger Einfamilienhaus gefunden. Die Ermittler gehen von einer Tat innerhalb der Familie aus - doch das scheint nicht zu stimmen.

 

Starnberg - In den frühen Morgenstunden des 11. Januar fallen zwölf bis 15 Schüsse in einem Haus in Starnberg – einen Tag später finden Polizeibeamte ein totes Ehepaar (60 und 64 Jahre alt) und deren toten Sohn (21), der mit einer Waffe in der Hand im Bett liegt.

Zunächst gehen die Ermittler davon aus, es handle sich um einen erweiterten Suizid des jungen Mannes. Doch "es gab von Anfang an Unklarheiten am Tatort, zum Beispiel, dass es keinen Abschiedsbrief gab", sagt Oberstaatsanwältin Andrea Mayer am Freitag. Nun gibt es eine überraschende Wendung in dem Fall der erschossenen Familie: Die Polizei hat zwei Tatverdächtige festgenommen und mehrere Waffen sowie Munition sichergestellt.

Am Freitagnachmittag teilten die Ermittler mit, ein 19-jähriger Freund des toten Vincent sitzt in Untersuchungshaft. Die Polizei geht von Mord aus.

Die Vorgeschichte: Am Sonntag, 12. Januar, finden Polizisten, die von Angehörigen alarmiert worden waren, das Ehepaar und deren Sohn mit Schussverletzungen tot in ihrem Haus in Starnberg.

Zwei Tatwaffen, eine Walter Kaliber 6,35 Millimeter Browning und eine Glock 9 x 19 Millimeter, stellen die Ermittler am Tatort sicher.

Getöteter Sohn und Tatverdächtiger waren vernarrt in Waffen

Die Wendung: Nun haben intensive Ermittlungen zur Waffenherkunft einen neuen Tatverdacht ergeben. Diese Ermittlungen führten letztlich zu dem 19-Jährigen. Er war ein Spezl von Vincent. Das zeigt auch die Tatsache, dass er den Zugangscode zum Haus der Familie gekannt hatte. Die Freundschaft der beiden war wohl geprägt von der gemeinsamen Affinität für Waffen.

Die Durchsuchung: In der Wohnung des 19-Jährigen in Olching am Donnerstagvormittag hat die Polizei "ein ganzes Waffenarsenal" entdeckt, darunter waren auch Munition, Kriegswaffen und Stoffe, mit denen man Sprengstoff herstellen könnte, hieß es von der Polizei.

Der Fürstenfeldbrucker Kripo-Chef Manfred Frei sagt, es sei "nicht unwahrscheinlich", dass ein Teil der Waffen dem 21-Jährigen gehörte.

Das Geständnis: Der 19-Jährige wird mit einem Bekannten aus dem Landkreis Starnberg wegen der Waffen festgenommen. Im Laufe der Vernehmung gibt er dann die Morde zu und schildert den Ermittlern, wie er Vincent und dann dessen Eltern erschossen hat. Dann habe er dafür gesorgt, dass es so aussah, als wäre der 21-Jährige selbst der Täter gewesen.

18-Jähriger wegen Beihilfe zum Mord verhaftet

Es gibt auch ein wiederhergestelltes Video, das den Tatort zeigt, sagt Oberstaatsanwältin Mayer. Der zweite junge Mann fungierte als Fahrer für den Killer: Er habe den ein Jahr älteren nach Starnberg gefahren, "in Kenntnis dessen, dass er den 21-Jährigen umbringen möchte", so Mayer. Der 18-Jährige sitzt wegen Beihilfe zum Mord in U-Haft.

Das Motiv: Oberstaatsanwältin Andrea Mayer: "Zum Motiv des 19-Jährigen können wir im Moment nichts sagen." Von einem "staatsschutzrechtlichen oder politischen Hintergrund" sei nichts bekannt, sagt Frei.

 

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