"Irrational Man"-Star Joaquin Phoenix Immer extrem, immer dramatisch!

Extrem und dramatisch, so wirkt das Leben von Joaquin Phoenix von außen betrachtet. Ähnlich könnte man allerdings auch seine Rollenauswahl beschreiben. Das sind seine zehn ungewöhnlichsten Filme.

 

München - Er gehört zu den großen Hollywood-Schauspielern, die einen an der Kompetenz der Academy bezüglich der Oscar-Vergabe zweifeln lassen. Denn neben Leonardo DiCaprio (41) und Johnny Depp (52) ist auch Joaquin Phoenix (41) bisher leer ausgegangen. Dabei hätte es schon viele Gelegenheiten gegeben, den gebürtigen Puerto Ricaner als Besten seiner Zunft auszuzeichnen. Zum Kinostart des Liebesdramas "Irrational Man" (12. Dezember) kommen hier seine zehn ungewöhnlichsten Rollen.

To Die For (1995)

Nicole Kidman und Joaquin Phoenix kurz vor dem Filmkuss Foto:ddp images

Kurz nach dem Tod seines damals schon berühmten älteren Bruders River (1970-1993) dreht Joaquin die schwarze Komödie "To Die For" mit Nicole Kidman (48) und Matt Dillon (51). Phoenix spielt darin den Schüler Jimmy Emmett, der sich in die Wetter-Ansagerin Suzanne Stone Maretto (Kidman) verliebt. Diese bringt ihn dazu, ihren Mann Larry Maretto (Dillon) zu töten...

Gladiator (2000)

Joaquin Phoenix (Mitte) beim Training für den Kampf Foto:ddp images

So richtig aufgefallen ist Joaquin Phoenix allerdings erst in dem Monumentalfilm "Gladiator" mit Russell Crowe (51) in der Hauptrolle. Phoenix mimt dessen Gegenspieler, den römischen Kaiser Commodus. Bei der Oscarverleihung 2001 sahnte der Streifen ab: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Crowe), Bestes Kostümdesign, Bester Ton, Beste visuelle Effekte - und Phoenix war als Bester Nebendarsteller nominiert.

Bärenbrüder (2003)

Joaquin Phoenix leiht Kenai seine Stimme Foto:ddp images

Auch Kinderfilme scheut Phoenix nicht: Ein junger Jäger namens Kenai tötet einen Bären. Prompt wird er selbst in einen Bären verwandelt - und von seinem eigenen Bruder gejagt, der Kenai rächen will. Im Zeichentrickfilm "Bärenbrüder" von den Walt Disney Studios lieh Phoenix dem Protagonisten Kenai seine Stimme. In der deutschen Synchronisation war es Daniel Brühl (37). Der Film wurde 2004 für einen Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm nominiert.

Hotel Ruanda (2004)

Joaquin Phoenix (l.) und Don Cheadle wollen den Flüchtlingen helfen Foto:ddp images

Ein Jahr später startete das Bürgerkriegsdrama "Hotel Ruanda" in den Kinos. Der Film beruht auf der wahren Geschichte des Hotel-Managers Paul Rusesabagina (gespielt von Don Cheadle, 50), der 1994 mehr als 1200 Menschen vor dem sicheren Tod rettete, indem er sie in sein Hotel flüchten ließ. Doch auch hier sind sie nicht sicher. Rusesabagina und Colonel Oliver (Phoenix) gelingt es schließlich auf eigene Faust, die Flüchtlinge zu evakuieren. Der Film gewann den Cinema for Peace Award und war für drei Oscars nominiert.

Walk the Line (2005)

Joaquin Phoenix als Johnny Cash Foto:ddp images

Für seine Interpretation der Musiklegende Johnny Cash (1932-2003) im Biopic "Walk the Line" bekam Phoenix seine erste Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller. Während Kollegin Reese Witherspoon (39) ihren für die Beste Nebendarstellerin bekam, ging Phoenix leer aus. Geschlagen geben musste er sich seinem späteren Filmpartner Philip Seymour Hoffman (197-2014) für "Capote".

Two Lovers (2008)

Komplizierte Liebe: Gwyneth Paltrow und Joaquin Phoenix Foto:Wildbunch

Eine sehr komplizierte und tragische Liebesgeschichte erzählen Gwyneth Paltrow (43) und Joaquin Phoenix in "Two Lovers". Da auch Paltrow Spezialistin für ungewöhnliche Rollen ist, funktioniert das Zusammenspiel der beiden Hollywood-Stars. Sehenswert ist der Film außerdem, weil er voller Hommagen an Kino-Klassiker wie Alfred Hitchcocks "Fenster zum Hof" (1954) steckt.

I'm Still Here (2010)

Die Auszeit von Joaquin Phoenix Foto:ddp images

2010 präsentierte Joaquin Phoenix einen weiteren sehr ungewöhnlichen Film: Die provokante Fake-Doku "I'm Still Here" von Ben Afflecks Bruder Casey (40) über den imaginären Ausstieg des Schauspielers aus dem Hollywood-Business und dessen Neuerfindung als Rapper - ohne jedoch wirklich rappen zu können. Ein unbequemer Film von und mit einem unangepassten Künstler.

The Master (2012)

Schwieriges Verhältnis: Joaquin Phoenix (l.) und Philip Seymour Hoffman Foto:Senator

Phoenix-Fans waren erleichtert, als 2012 endlich wieder ein echter Kinofilm erschien. Leichte Kost selbstverständlich war auch "The Master" nicht: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gründet der charismatische Intellektuelle Lancaster Dodd, gespielt von dem inzwischen verstorbenen Philip Seymour Hoffman, eine eigene Religionsgemeinschaft. Militärveteran Freddie Quell (Phoenix) wird seine rechte Hand. Bei den Filmfestspielen in Venedig gab es den Silbernen Löwen für diesen dramatischen Streifen.

Her (2013)

Verliebt in eine künstliche Intelligenz: Joaquin Phoenix Foto:Warner Bros.

Dramatisch ist auch Phoenix' Werk im Jahr danach: In "Her" verliebt er sich in eine Computer-Stimme. Der gesellschafts- und zeitkritische Film war in fünf Kategorien für den Oscar nominiert, einen davon gewann er auch: Bestes Originaldrehbuch für Spike Jonze (46). Phoenix selbst wurde ebenfalls nominiert: als Bester Hauptdarsteller bei den Golden Globes.

Irrational Man (2015)

Ein unvernünftiger Mann: Joaquin Phoenix Foto:GRAVIER PRODUCTIONS, INC./Sabrina Lantos

In "Irrational Man", seinem neuesten Streifen, steht Joaquin Phoenix als Philosophieprofessor Abe in einer US-Kleinstadt zwischen zwei Frauen: Die einsame Professorin Rita Richards (Parker Posey, 47) erwartet, dass er sie aus ihrer unglücklichen Ehe rettet, und seine beste Studentin Jill Pollard (Emma Stone, 27) wird bald zur engsten Vertrauten. Abe trifft eine Entscheidung, die eine Kettenreaktion auslöst...

 

 

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