Investoren-Clinch bei 1860 Streit zwischen Ismaik und Mey: Zusammensetzen!

Würde wohl verkaufen – aber nur für sehr, sehr viel Geld: Löwen-Investor Hasan Ismaik (r.). Gerhard Mey (l.) würde hingegen gerne bei 1860 einsteigen. Foto: sampics/Rauchensteiner/Augenklick/AZ

Im Streit zwischen Investor Ismaik und Milliardär Mey fordert Trainer Bierofka beide Parteien zum Dialog auf. Das Präsidium gibt sich ratlos: "Von etwaigen Verhandlungen haben wir keine Kenntnis."

 

München - Daniel Bierofka ist beim TSV 1860 der Mann für alles. Trainer und Sportchef-Ersatz, Mahner, Autogrammgeber und Meinungsmacher für die Fans, Vereinsikone sowieso. Und, als Löwe, dessen Wort Gewicht hat, auch in jener Diskussion über Sechzigs Schicksal, die mal wieder alles andere überstrahlt, ist er auch als Kommentator gefragt.

Wie der Coach das Interview mit Gerhard Mey aufgenommen habe, wurde er gefragt. Der Milliardär hatte in der SZ erklärt, dass Investor Hasan Ismaik seine Anteile zwar verkaufen, aber nur für einen "astronomischen Preis" von über 70 Millionen Euro herausrücken wolle. "Das interessiert mich nicht", antwortete Bierofka, "gar nicht. Ich muss zusehen, dass ich es mit meinen Jungs im sportlichen Bereich hinkriege. Alles andere kann ich eh nicht beeinflussen."

Der 38-Jährige verwies dabei auf seine "klare Message" nach dem Spiel gegen Bayreuth, dass es "nur zusammen geht. Es gehört dazu, dass man sich zusammensetzt – egal, wie dann die Lösung aussieht, wäre das vielleicht nicht schlecht." Eine Aussage, die sich in verschiedene Richtungen interpretieren lässt.

Eine Zukunft mit Investor Hasan Ismaik, der Meys getätigten Aussagen flugs widersprach, diesen als Märchenerzähler hinstellte und erklärte, niemals verkaufen zu wollen? Das ist möglich, jedoch nur in Zusammenarbeit mit dem Jordanier – und die scheint ob der tiefen Gräben mit den Vereinsoberen derzeit nur schwer möglich.

Oder eine Investorenrochade hin zu Mey? Bierofka verwies im weiteren Verlauf der Pressekonferenz, die eigentlich das anstehende Spiel gegen Buchbach zum Inhalt hätte haben sollen, auf Geschäftsführer und Präsident: "Das sind Fragen an Fauser und Reisinger, die müssen diese Fragen beantworten."

Verein mit diplomatischer Stellungnahme

Fauser hatte dies mit einer diplomatischen Stellungnahme bereits getan: Er müsse zum Wohle der Gesellschaft, also aller Gesellschafter, handeln. Oberlöwe Reisinger zog am Samstag mit einer Stellungnahme des Präsidiums nach. Verhandlungen zwischen Ismaik und möglichen Kaufinteressenten werde man nicht kommentieren, hieß es. Dem folgte allerdings die Erklärung, dass man sich durchaus von Ismaik trennen würde: Man begrüße "Veränderungen in der Gesellschafterstruktur, wenn diese dazu dienen, die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA wirtschaftlich zukunftsfähig zu machen und den bestmöglichen sportlichen Erfolg zu garantieren."

Zudem zeigten sich Reisinger und seine beiden Vizes Hans Sitzberger und Heinz Schmidt "überrascht" davon, dass Ismaik, wie dieser in seiner Facebook-Erklärung verlauten ließ, mit einer "herausragenden Münchner Persönlichkeit" verhandle und man gemeinsam einen Neuanfang starten wolle: "Von etwaigen Verhandlungen – mit wem auch immer – haben wir keine Kenntnis."

Damit wären wir wieder bei Bierofka und dessen Forderung des Dialogs angelangt. Der gestaltet sich mit Ismaik – und nun auch zwischen Ismaik und Mey – erwiesenermaßen schwierig. Eine Fortsetzung, die Bierofka wider Willen früher oder später kommentieren muss, scheint nur eine Frage der Zeit.

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