Investor des TSV 1860 München Ismaiks Stadionträume: "Die Finanzierung ist das kleinste Hindernis"

Hasan Ismaik, Investor des TSV 1860 München. Foto: ho

Sechzigs Mehrheitsgesellschafter hat die Idee von der eigenen Spielstätte für die Löwen noch lange nicht aufgegeben. Ganz im Gegenteil, er behauptet sogar: "Die Finanzierung ist das geringste Hindernis".

 

München - Tausende Löwen auf vollgestopften Rängen. In ihren Farben, weiß und blau. Fangesänge, Sprechchöre, frenetischer Torjubel.

Diese Bilder, vor wenigen Wochen noch Realität im Grünwalder Stadion, scheinen schon viel zu lange her zu sein für den geneigten Fußballfan. Die Corona-Krise legt derzeit den gesamten Profifußball lahm, die Löwen bangen wie die restlichen Drittliga-Klubs um die Existenz. Investor Hasan Ismaik begreift die aktuelle Notlage auch als Chance. Als Chance dafür, seine Stadionpläne wieder aus der Schublade zu ziehen.

Ismaik will weiter eigenes Stadion für den TSV 1860

"Wenn wir alle diese Krise gemeistert haben, müssen wir endlich ein gemeinsames Stadionprojekt erarbeiten – gemeinsam mit der Stadt", sagte Ismaik am Wochenende im AZ-Interview über seinen Traum eines neuen Löwen-Käfigs inklusive Wahlempfehlung für OB Dieter Reiter. Mit Reiter müsse man nach einer möglichen Wiederwahl (weiter) in Verhandlungen treten, denn: 1860 läuft zwar bekanntlich im Grünwalder Stadion auf, dessen Kapazität in den kommenden Jahren von 15.000 auf 18.100 Zuschauer steigen soll. Der Jordanier hält dennoch weiter beharrlich an seinem Wunsch einer eigenen Arena fest. In der AZ konkretisiert er nun seine Vorstellungen – und stellt eine gewagte These auf.

"Die Finanzierung ist das geringste Hindernis", erklärt Ismaik über die Realisierung des Projektes der eigenen Heimspielstätte. Doch wie soll das gehen, wo 1860 in den vergangenen Jahren stets ein Millionen-Minus verbucht hatte, den Absturz in die Regionalliga Bayern noch nicht überwunden hat und in der Dritten Liga ums Überleben kämpft?

Hasan Ismaik: "Kann Stadion finanzieren"

"Ich habe mein Netzwerk, und mit einer gewissen Vorlaufzeit kann ich einen detaillierten Plan für die Finanzierung vorlegen. München ist eine Drehscheibe in der Welt, die große Unternehmen anzieht", so Sechzigs Hauptgesellschafter über mögliche Partner eines Stadionneubaus vor den Toren Münchens: "Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass diverse Konzerne ein solches Projekt sehr interessant finden." Der größte Vorteil, so der 42-Jährige, wäre "abgesehen von neuen Einnahmequellen durch Business Seats und Werbefreiheit" in der Spielstätte auch "der Verkauf der Rechte am Stadionnamen."

Im Grünwalder sind die Giesinger seit dem Auszug aus der Allianz Arena im Sommer 2017 nur Mieter. Wie Geschäftsführer Michael Scharold Mitte 2019 erklärte, betragen die Stadionkosten pro Spielzeit inklusive Ordner und MVV-Tickets etwa 1,5 Millionen Euro.

Ismaik sieht Einnahmen von 40 Millionen Euro

Genaue Zahlen oder Namen potenzieller Unterstützer nennt Ismaik nicht. Der TSV-Geldgeber, der eigenen Angabenzufolge rund 80 Millionen investiert hat, deutet allerdings einmal mehr an, in größeren Sphären zu denken: "Natürlich spielen wir derzeit in der Dritten Liga, aber wenn wir nicht zu pessimistisch über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren blicken, schätze ich die Einnahmen auf rund 40 Millionen Euro. Damit wäre das Stadion, das ich mir vorstelle, zu einem nicht unerheblichen Teil abbezahlt.“

Jetzt kommt ein Aber, das laut Ismaik größer als die Finanzierungsfrage ist: „Das größte Problemist im Moment, die Zustimmung von allen Beteiligten zubekommen“, weiß der Mehrheitsgesellschafter, schließlich streben Sechzigs Klubbosseund die Stadt den Ausbau des rünwalders an, das für viele Fans und auch so machen Funktionär als einzig wahre(Kult-)Spielstätte gilt. "Die Fans sind das Rückgrat von1860 und sie sehen dieses Stadion als ihre Heimat."

Dennoch müsse man für eine erfolgreiche Zukunft Diskussionen über die Stadionfrage wie über eine Kapitalerhöhung führen. Niemand werde bestreiten, "dass ein modernes Stadion mit ausreichender Kapazität ein wichtiger Faktor bei der heutigen Finanzierung" sei.

Bestreiten würden das vermutlich weder Vereinsbosse, noch Fans. Einzig fehlt vielen der Glaube daran, dass diese Stadionträume tatsächlich umzusetzen sind.

 

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