Interview mit dem Ex-Sechzger Rakic: "Ich vermisse die Löwen"

Djordje Rakic spielte von 2010 bis 2012 65-mal in der zweiten Liga für den TSV 1860 und erzielte dabei 13 Tore. Foto: AZ Sportredaktion

Djordje Rakic, einst Publikumsliebling bei 1860, ist ohne Verein - weil er sich beim Vertragspoker verzockte. Hier spricht er von seinem Traum: der Rückkehr an die Grünwalder Straße.

AZ: Djordje Rakic, vor etwa einem halben Jahr absolvierten Sie Ihr letztes Spiel für 1860. Seitdem sind Sie vereinslos. Wohnen Sie immer noch in München?

DJORDJE RAKIC: Nein, ich bin wieder nach Serbien zurückgekehrt und habe München erst einmal verlassen. Ich wohne jetzt hier mit meiner Freundin und fühle mich nach dem, was passiert ist, derzeit in meiner Heimat einfach am wohlsten.

Sie haben seit dem Sommer keinen neuen Verein gefunden. Was ist schief gelaufen?

Ich hatte ja ein neues Angebot von 1860 vorliegen. Doch dieses war für mich nicht akzeptabel. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich zudem nicht das Gefühl, dass der Verein für meinen Verbleib kämpfen würde. Am Ende habe ich mich nach einigen Vorfällen im Verein und nach intensiver Rücksprache mit meinem Berater und meiner Familie dazu entschieden, den Verein zu verlassen. Es war damals besser, sowohl persönlich als auch sportlich.

Gab es andere Angebote?

Ja, viele. Allein sechs aus der zweiten Bundesliga. Doch ich hatte mich nach der Absage bei den Löwen dafür entschieden, etwas Neues auszuprobieren.

Sie sind allerdings nirgendwo unter Vertrag genommen worden. Im Nachhinein scheinen Sie sich verzockt zu haben.

Ja, ich habe vielleicht zu lange gewartet. Nun bin ich in Serbien und warte noch immer. Aber das ist die Vergangenheit, auf die ich nicht gerne schauen möchte. Ich habe eine sehr starke Familie, die immer für mich da ist und mich sehr unterstützt hat. Doch viel lieber schaue ich nun in die Zukunft, die für mich hoffentlich schon bald wieder besser aussieht.

Wie halten Sie sich fit? In Eigenregie Joggen und Hanteln stemmen?

Ich trainiere seit vier Monaten bei meinem Heimatklub Radnicki Kragujevac mit, der in der ersten serbischen Liga spielt. Das ist einer meiner Lieblingsvereine, ich kenne dort fast jeden und kann mit der Mannschaft trainieren. Doch Spiele kann ich auch dort nicht absolvieren, da ich keinen Vertrag und somit keine Spielberechtigung habe. Spiele sind jedoch genau das, was ich so vermisse. Ich kann allerdings guten Gewissens behaupten, dass ich fit bin.

Verfolgen Sie das Geschehen bei den Löwen noch?

Natürlich. Ich schaue mir hier fast jedes Spiel an und schreibe noch viel mit Spielern und Freunden, die sich bei 1860 sehr gut auskennen. Ich weiß immer genau, was an der Grünwalder Straße los ist.

Wären sie gerne wieder ein Teil von 1860?

Heute muss ich sagen: Ich wünsche mir manchmal, dass ich immer noch dort wäre. Aber so ist die Situation nun einmal. Ich hoffe, dass ich eines Tages zurückkehren kann. Wenn du einen Verein so liebst, ist das normal. Ich hoffe, dass es klappt und dass wir uns schon bald wiedersehen.

Noch stehen Sie aber nicht in Kontakt zu den Klubverantwortlichen bei 1860?

Ich hatte mit Geschäftsführer Robert Schäfer immer sehr offene Gespräche, aber derzeit stehen wir nicht im Kontakt. Ich kann nur sagen: Ich vermisse die Löwen, ich war dort der glücklichste Mensch.

 

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