Internet Big Brother guckt schon wieder

Die Ecke Fürstenrieder Straße und Gotthardstraße in Laim, gesehen in Microsofts "Streetside". Beim Konkurrenten "Streetview" von Google ist das Haus auf der linken Seite verpixelt. Foto: Screenshot

Es war der Aufreger des Jahres 2010: Als Google ankündigte, die Panoramen deutscher Straßen in seinem Online-Dienst „Streetview“ ins Netz stellen zu wollen, hagelte es Proteste. Vielen Menschen gruselte es bei der Vorstellung, dass ihre Wohnungen künftig weltweit einsehbar wären. Viele Häuser wurden deshalb in „Streetview“ unkenntlich gemacht.

 

Ohne großes Getöse hat nun Google-Konkurrent Microsoft einen ähnlichen Service gestartet. An den Feiertagen startete der Kartendienst „Streetside“. München und andere bayerische Städte sind bereits online. Damit steht fortan in Deutschland eine unverpixelte Alternative zu Googles „Streetview“ bereit.

Microsoft begann im Mai, Häuser in mehr als 50 deutschen Städten zu fotografieren. Dafür wurden Spezialfahrzeuge mit 360-Grad-Kameras losgeschickt. Mieter und Hauseigentümer hatten bis September Zeit, per Vorabwiderspruch die Abbildung ihrer Häuser zu verhindern. Etwa 80<TH>000 hatten davon Gebrauch gemacht. Vor dem Start von Googles „Streetview“ Ende 2010 waren es noch etwa dreimal so viele gewesen.

„Streetside“ ist über Microsofts Suchmaschine „Bing“ und ihr Untermenü „Maps“ zu erreichen. Hier gab es schon bisher gute Stadt-Aufnahmen aus der Vogelschau. Mit der Maus setzt man wie bei „Streetview“ ein Männchen auf die Karte, um die Panoramabilder sichtbar zu machen. Sie können mit Hilfe einer Windrose gedreht werden.

Gestern lief der Dienst noch zäh. Die Münchner Innenstadt blieb unsichtbar. Die gepixelten Büros von Google in der Dienerstraße können wir deshalb leider nicht via Microsoft zeigen. Außenbezirke wie Laim konnten aber virtuell durchwandert werden.

Wie bei der Konkurrenz wurden auch in „Streetside“ Passanten und Autonummern unkenntlich gemacht. Bei Google verpixelte Häuser erscheinen aber in voller Pracht. Ohnehin verpufften die Proteste gegen Google wirkungslos, weil jedermann bei Diensten wie „Panoramio“ Bilder beliebiger Orte ins Netz stellen kann, die wiederum bei Googles Karten auftauchen.

 

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