Insolvenz wegen Deutschem Museum Nach bitterer Sanierungspleite: SSP-Architekten erfolgreich verkauft

Die Sanierung des Deutschen Museums war verantwortlich für die Insolvenz des Münchner Architektenbüros SSP. Foto: AZ/anf

In trockenen Tüchern: Die Planungsfirma Kling Consult übernimmt das Münchner Architekturbüro Schmidt-Schicketanz (SSP).

 

München - Eine Planungsfirma aus Krumbach übernimmt das Büro SSP, das während der Sanierung des Deutschen Museums pleite ging.

Gute Nachricht für die Mitarbeiter des alteingesessenen Münchner Architekturbüros Schmidt-Schicketanz (SSP): Die Arbeitsplätze der 40 fest angestellten Mitarbeiter sind gesichert. Wie der Insolvenzverwalter Axel Bierbach am Donnerstag mitteilte, konnte SSP erfolgreich verkauft werden.

Kling Consult verantwortlich für Sanierung des Stachus-UG

Neuer Eigentümer wird die Planungs- und Ingenieurgesellschaft Kling Consult (230 Mitarbeiter). Sie wurde in Krumbach gegründet und gilt als eines der führenden Planungsbüros mit acht Standorten (darunter Dubai und Abu Dhabi).

In München führte Kling Consult die Sanierung des Brandschutzes im Stachus-Untergeschoss durch und war für die Planung des Parkhauses an der Allianz Arena verantwortlich. Ein anderes Großprojekt war die Generalplanung für das Legoland Günzburg.

Insolvenzverwalter Bierbach sagte zur AZ, dass "ein hohes Interesse am Kauf" von SSP bestanden habe. Kein Wunder, denn das Büro brachte mehrere gute Bauprojekte mit. Zwar hat es den Auftrag fürs Deutsche Museum verloren, doch nach wie vor ist SSP beauftragt mit der Sanierung und dem Umbau der Hauptfeuerwache, dem Neubau der Schulen am Streleranger (Perlach) sowie der Sanierung der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in der Ludwigstraße.

Geschäftsführer von SSP werden übernommen

Fünf Festangestellte und fünf Freiberufler haben SSP in den drei Monaten seit der Insolvenz verlassen. Die beiden bisherigen Geschäftsführer von SSP werden laut Bierbach ebenfalls von Kling Consult übernommen – allerdings nicht als Geschäftsführer.

Zur Insolvenz führte ein Streit ums Geld – es ging um mehr als eine Million Euro, die Verantwortliche des Museums nicht bereit waren, zu zahlen. SSP hatte eine Vergütung gemäß einer höheren Honorarzone gefordert und angeblich auch eine mündliche Zusage bekommen. Doch laut Bierbach legten die Museumsjuristen dagegen Einspruch ein.

Bitter für Schmidt-Schicketanz: Das Düsseldorfer Architekturbüro RKW, das nun mit der Generalsanierung des Deutschen Museums beauftragt ist, soll nun gemäß der höheren Honorarzone vergütet werden.

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