Insolvenz Kinderzirkus Lilalu ist pleite

Akrobatisch und gut: Kinder beim Lilalu-Festival bauen eine menschliche Pyramide. Foto: dpa

Das Kinder-Zirkusfestival hat 600000 Euro Schulden angehäuft. Jetzt hat der Verein Insolvenz angemeldet – tausende Eltern bangen um die Betreuung ihrer Kinder in den Ferien.

MÜNCHEN - Die Kassen des Zirkusfestivals Lilalu sind leer, wie leer zeigte sich am Montag: Der Verein beantragte Insolvenz. „2009 haben wir 77000 Euro Miese gemacht. Wir müssen unsere Workshops planen, bevor wir wissen, wie viel Geld uns zur Verfügung steht“, sagte Geschäftsführer Willi Wermelt bereits im Dezember der AZ.

5800 Kinder haben im vergangenen Jahr an den Workshops teilgenommen. 1,2 Millionen Euro erlöst der Verein so und deckt damit 60 Prozent der Ausgaben. Der Rest wird durch Fördergelder von Stadt und Land sowie Sponsoren finanziert. Oder eben nicht.

Denn der Verein hat laut dem Insolvenzverwalter Maximilian Breitling circa 600000 Euro Schulden – und die Gläubigerliste ist derzeit noch nicht mal vollständig.

In Internet-Foren laufen Anhänger, aber auch Gläubiger, Sturm. Eltern fordern die Stadt auf, finanziell in die Bresche zu springen. Von „griechischen Verhältnissen“ hingegen schreibt eine Erzieherin, die im Sommer für das Festival gearbeitet hat und seitdem auf ihr Gehalt wartet. „Die Erzieher sollten zum Wohle des Vereins auf die Hälfte des Gehaltes verzichten. Gegen Spendenquittung“, schreibt die Frau und bezieht sich auf einen entsprechenden Vorschlag von Lilalu-Vorstand Anna Seliger.

Jutta Koller von den Grünen bringt auf den Punkt, was viele denken. „Wir wollen und brauchen das Angebot von Lilalu. Wie das zu retten ist, weiß keiner.“ Sie schlägt eine neue Rechtsform vor, so dass künftig andere über die Vereins-Finanzen entscheiden.

Die Prognose des Mannes, der seit Montag, 15 Uhr, die Finanzen von Lilalu lenkt, ist „verhalten positiv.“ „Ich hangele mich von Veranstaltung zu Veranstaltung. Bisher kann ich sicher sagen, dass wir den Fasching kostendeckend abwickeln können“, sagt Breitling. Er wolle alles daran setzen, dass die Ferienangebote stattfinden. Ob’s klappt, könne er erst im Februar sagen.

Die städtischen Zuschüsse sind momentan eingefroren, die Stadt darf kein Geld zur Schuldentilgung geben. Breitling ist jetzt auf der Suche nach privaten Spendern. „Ich kann versichern, dass die Spenden nicht verloren gehen, sondern für zukünftige Projekte verwendet werden“, sagt er.

 

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