Indien Volkszählung: Indien schließt langsam zu China auf

Indiens Bevölkerung wächst weiter. Das Land hat nach der jüngsten Volkszählung mehr als 1,2 Milliarden Einwohner und schließt langsam zu China auf - dem bevölkerungsreichsten Land der Welt. 

 

Neu Delhi - Nach den am Donnerstag vom Statistikamt in Neu Delhi veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung leben in Indien gut 1,21 Milliarden Menschen - 181 Millionen oder 17,64 Prozent mehr als vor zehn Jahren.

Nach aktuellen Schätzungen kommt China auf 1,34 Milliarden Bewohner. Das US-Statistikamt hatte Ende 2009 prognostiziert, dass Indien China im Jahr 2025 als bevölkerungsreichstes Land der Welt überholen wird.

624 Millionen Inder sind männlich, etwas mehr als 586 Millionen weiblich. Ein Problem bleibt die illegale, aber dennoch verbreitete Abtreibung weiblicher Föten: Auf 1000 Jungen und Männer kommen nur 940 Mädchen und Frauen. Bei der vorangegangenen Volkszählung im Jahr 2001 lag diese Zahl bei 933. Nach der aktuellen Zählung sind mehr als 13 Prozent der Bevölkerung Kinder im Alter bis zu sechs Jahren. In dieser Altersgruppe haben Jungen im Vergleich zur Volkszählung 2001 um 13,3 Prozent zugelegt, Mädchen aber nur um 12,9 Prozent.

Die Volkszählung zeigt auch, wie dicht der Subkontinent inzwischen bevölkert ist: Demnach leben im Schnitt 382 Inder auf jedem Quadratkilometer Fläche. Die 82 Millionen Menschen in Deutschland haben deutlich mehr Platz, auf jeden Quadratkilometer kommen nur 230 Einwohner. Die Vergleichszahl für die Europäische Union liegt mit 116 sogar noch weiter darunter. Fortschritte verzeichnet Indien im Kampf gegen den Analphabetismus: 74 Prozent der Inder können inzwischen Lesen und Schreiben. 2001 waren es knapp 65 Prozent.

 

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