In zentraler Lage München: Verein will ein besonderes Hospiz bauen

Paul Nöllke.
Isabell Zacharias, Dietrich Fink und Katharina Rizzi vom Verein Dasein. Foto: Dasein

Der Verein Dasein will ein Hospiz bauen: in zentraler Lage in München und mit besonderer Architektur.

 

München - Bunte Vorhänge, ein heller Dachgarten und große Glasfenster: Die Papiermodelle, die Studenten der Technischen Universität München (TU) entworfen haben, strahlen Lebensfreude aus.

Doch die Modelle der Gebäude und Räume sind Entwürfe für ein Hospiz. Ein Haus also, in dem todkranke Menschen ihre letzten Wochen und Monate verbringen, und in Würde sterben können.

"Wir wollen eine spektakuläre Architektur für unser Hospiz", sagt Isabell Zacharias. Die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete arbeitet als Projektkoordinatorin beim Hospizverein Dasein, der das Gebäude bauen will. "Die Entwürfe sind toll, die Architektur unglaublich poetisch", sagt Isabell Zacharias.

Entstehen soll das Hospiz mitten in der Stadt. "Leute sollen da sterben können, wo sie gelebt haben", meint Katharina Rizzi, die Geschäftsführerin von Dasein. "Sterben gehört nicht an den Rand, weder als Thema, noch als Gebäude."

Architekturstudenten planen Gebäude mit Blick auf Isar und Alpen

Zur Zeit, erklärt Rizzi, gebe es nur zwei Hospize in München. Mit insgesamt nur 28 Betten. "Es gibt Menschen, die sterben auf der Warteliste für einen Hospizplatz." München habe zu wenige Hospize. Deswegen sei ein weiteres Haus dringend nötig. Einen Standort für das Hospiz hat der Verein noch nicht. Dennoch hat Dasein die Architekturstudenten der TU beauftragt, Ideen für das Hospiz zu entwickeln. Dafür hat der Verein drei hypothetische Standorte vorgeschlagen, die zwar nicht für eine Bebauung zur Verfügung stehen, aber "unternutzt" sind, wie der Leiter des Lehrstuhls für Architektur, Dietrich Fink erklärt. "Die Flächen sind nicht bebaut – oder schlecht genutzt." Einer dieser Orte ist die Tankstelle in der Herzog-Wilhelm-Straße in der Nähe des Stachus. "Das gefällt mir natürlich am besten", sagt Zacharias. Sie betont aber, dass es keine Verhandlungen mit den Besitzern über das Grundstück gibt.

In dem Gebäude könnten dann auch ein Café oder Kindergarten unterkommen. Die Entwürfe der Studenten sehen alle helle Räume für das Haus vor. Ein Entwurf hat einen großen Dachgarten, von dem die Alpen zu sehen sind, ein anderer eine große Fensterfront mit Blick auf die Isar. "In den nächsten Wochen gibt es eine Preisverleihung für die besten Entwürfe", erklärt Zacharias.

Wann und wo das Hospiz dann tatsächlich gebaut wird, sei noch unklar. "Das ist eine ambitionierte Aufgabe. Wir hoffen auch noch auf Spenden." Nächstes Jahr feiere der Verein sein 30-jähriges Jubiläum. "Das wäre natürlich ein schöner Termin für einen Spatenstich."

 

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