In Zeiten der Corona-Krise Münchner Tierheim: "Tiere sind keine Gefahr!"

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Auch das Tierheim muss während der Corona-Krise geschlossen bleiben. Foto: Tierheim

Wegen der Krise werden mehr Menschen ihr Haustier abgeben – gleichzeitig geht die Vermittlung zurück.

 

Riem-Trudering - Eine verstärkte Neuaufnahme von Tieren – und gleichzeitig weniger bis gar keine Vermittlungen. Auf diese Extrabelastung bereitet sich das Münchner Tierheim aktuell vor. "Auch wir mussten zur Sicherheit der Tierpfleger unsere Pforten schließen", sagt Sprecherin Kristina Berchtold. Deshalb wird es kaum mehr zu Vermittlungen kommen.

Die Sprecherin appelliert gleichzeitig: "Es gibt keinen Grund dazu, Tiere wegen Corona bei uns abzugeben!" Denn bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Haus- oder Nutztiere am Coronavirus erkranken – oder es übertragen können. "Das Einhalten grundsätzlicher Hygieneregeln wie Händewaschen sollte sowieso beachtet werden", heißt es von der Pressestelle des Tierheims.

Keine Hinweise darauf, dass Tiere Coronavirus übertragen

Weitere Maßnahmen – wie etwa Atemmasken oder Desinfektionsmittel im Umgang mit Haustieren – würden allerdings aktuell nicht vom Friedrich-Löffler-Institut, dem Forschungsinstitut für Tiergesundheit, empfohlen. Deshalb appelliert Berchtold: "Nach allem, was wir derzeit wissen, sind Tiere keine Gefahr! Bitte verstoßen Sie sie nicht!"

Doch was ist, wenn Herrchen oder Frauchen in Hausquarantäne müssen? Auch das sei längst kein Grund, das Tier abzugeben, informiert die Tierheim-Sprecherin. Sie rät: "Tierhalter sollten möglichst jetzt schon vorsorgen und Nachbarn oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten."

Menschen mit direktem Gartenzugang könnten ihren Hund oder ihre Katze rauslassen, ohne selbst das Haus zu verlassen. Und reine Wohnungskatzen könnten wie gehabt versorgt werden. Das gleiche gilt für Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ziervögel und weitere Kleintiere.

Das Tierheim empfiehlt für Hundehalter: "Wer keinen Garten hat, sollte am besten gesunde Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte kontaktieren, um mit dem Hund spazieren zu gehen." Dabei müsse natürlich besonders auf die vorgegebenen Hygieneregeln geachtet werden, um eine Übertragung der möglichen Infektion zu vermeiden.

Auch eine vorübergehende Abgabe während der eigenen Quarantäne in ein Tierheim solle nur dann erfolgen, wenn es gar keine andere Möglichkeit zur häuslichen Betreuung gebe.

Notfallplan für Versorgung der Tierheimtiere

Damit die Versorgung der Tierheimtiere gesichert bleibt, hat das Tierheim zudem einen Notfallplan ausgetüftelt. Tierpfleger arbeiten ab sofort in zwei verschiedenen Teams, die abwechselnd und ohne Kontakt zueinander im Dienst sind, erklärt Berchtold. Auch Aufenthaltsräume, in denen Mitarbeiter aufeinander treffen können, bleiben aktuell geschlossen – bis die Krise überwunden ist.

"So bleibt im Krankheitsfall die Versorgung unserer Tierheimtiere weiterhin gewährleistet", erklärt sie. Erfahrene Gassigeher dürfen weiterhin helfen. "Unsere rund 100 Hunde brauchen täglich Auslauf – unsere Pfleger können das unmöglich alleine leisten", sagt Berchtold.

Doch das Tierheim steht noch vor einem weiteren Problem: "Statt mit Veranstaltungen und Aktionen Spenden zu sammeln, auf die wir zum Betrieb unseres Tierheims dringend angewiesen sind, werden wir also bald noch mehr Tiere als sonst versorgen müssen", sagt die Tierheim-Sprecherin. Deshalb hoffe man – trotz der bedrückenden Lage, die für viele Menschen auch finanzielle Probleme mit sich bringt – auf die Unterstützung von Tierfreunden.


Wer das Tierheim in der Krise unterstützen möchte, kann spenden: Tierschutzverein München, IBAN: DE26 7015 0000 0113 1032 53, Sparkasse München

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