In Wohnungen und Hotels Wegen Corona: immer mehr Sex im Sperrbezirk

Viele Prostituierte haben ihre Tätigkeit in der Corona-Zeit in Hotels verlagert. (Archivbild) Foto: dpa

Weil Erotik-Clubs und Bordelle in München weiter geschlossen sind, versuchen die Frauen und ihre Freier, auf illegalem Weg ins Geschäft zu kommen.

 

München - Die Prostitution leidet wie kaum eine andere Branche unter Corona-Verboten. Sex-Clubs und Bordelle sind geschlossen. Während die Branche wie viele andere auch noch an schlüssigen Hygienekonzepten tüftelt, gehen manche Sexarbeiterinnen in München im Geheimen andere Wege, um in der Krise an Geld zu kommen.

"Ella scharf und rassig", wirbt eine Frau auf einem Internetforum und verspricht "Erfüllung geheimster Wünsche". Tanja, eine vollbusige Blondine, preist sich an als eine "echt bayerische Dame aus München". Die Listen mit derartigen Internetinseraten werden immer länger.

Treffen in Hotels oder Apartments

Weil Bordelle und Clubs geschlossen sind, bieten Frauen an, sich mit Freiern in Hotels oder in Apartments zu treffen. "Ganz diskret", wie sie versichern. Was nicht erwähnt wird: So ein Schäferstündchen ist gänzlich illegal. Denn an kaum einem anderen Ort lassen sich Corona-bedingte Hygiene- und Abstandsregeln so schwer einhalten, als wenn man zu zweit in einem Bett liegt.

Die Branche steht schwer unter Druck. "Die Politik hat bislang nichts, aber auch rein gar nichts Positives für das 'Älteste Gewerbe der Welt' zustande gebracht und lässt die Sexworkerinnen und Betreiber der Etablissements gänzlich alleine im Regen stehen", heißt es auf der Homepage von "Rote Laterne".

Um die Krise durchzustehen, gehen manche Sexarbeiterinnen inzwischen sogar im Münchner Sperrbezirk anschaffen. Das bleibt der Sitte natürlich nicht verborgen. Am Mittwoch gingen die Fahnder des Kommissariats K 35 Inseraten im Internet nach. In Neuhausen, Nymphenburg, der Innenstadt und in der Schwanthalerstraße statteten sie einigen Boardinghouses Besuche ab. Normalerweise mieten sich dort Geschäftsreisende ein, wenn sie länger in der Stadt bleiben.

Anzeigen wegen illegaler Prostitution

In diesem Fall waren es vier Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Sie hatten sich Zimmer gemietet, in denen sie ihre Freier empfingen. "Sie wurden wegen illegaler Prostitution angezeigt", sagt Polizeisprecher Ersin Erol. Eine Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld zur Folge hat. Bei einer Frau wurde zudem etwas Marihuana gefunden.

Bordellbetreiber haben bereits Hygienekonzepte vorgelegt. Man solle Mundschutz tragen, so der Vorschlag, und unterarmlang Abstand halten. Zudem sollen Freier ihre persönlichen Daten hinterlegen – falls eine Corona-Infektion auftritt.

 

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