In den Alpen Schwammerl-Polizei geht auf Streife

Diese Schwammerlausbeute ist schon sehr beachtlich. Foto: dpa

Die Schwammerlsaison beginnt, doch weil manche Wanderer zu gierig sind, greift man jetzt in den Alpen zu harten Maßnahmen

 

Rosenheim/Salzburg - Warm, mit viel Regen – ideal für die gerade beginnende Schwammerlsaison. Doch kaum spitzen die ersten Pilze aus dem Boden, gibt' s schon Ärger. Weil manche Feinschmecker einfach alles abräumen, ist jetzt in den Bergen die Schwammerl-Polizei im Einsatz.

Rund zwei Wochen früher als normal hat die Pilzsaison begonnen. In den Wäldern rund um München spitzen die ersten Steinpilze und Reherl aus dem Boden.

Das ist die Stunde „der Schwammerlhamster“, wie ein Jäger aus dem Landkreis Miesbach die ganz gierigen unter den Feinschmeckern nennt. Manche schleppen die Pilze gleich körbeweise nach Hause. Was viele nicht wissen: Der Wald ist kein Selbstbedienungsladen. In Deutschland ist auch auf diesem Gebiet alles ganz genau geregelt: höchstens ein Kilo Pilze darf man am Tag pro Person im Wald sammeln. Wer mit mehr erwischt wird, riskiert ein Bußgeld. Bei unseren österreichischen Nachbarn wurden am letzten Wochenende in Saalbach (Pinzgau) zwei Urlauber aus Bayern erwischt, die gleich 25 Kilo Schwammerl aus dem Wald schleppten. Damit liefen sie dem Grundbesitzer in die Arme. Der zeigte den 33-Jährigen und dessen Begleiter (74) bei der Polizei an. Die Pilze wurden von Mitarbeitern der Berg- und Naturwacht beschlagnahmt.

Die Schwammerlsucher werden nach dem Naturschutzgesetz angezeigt. Das sieht bei Verstößen eine Strafe bis zu 14 000 Euro vor. Erlaubt sind in Salzburg zwei Kilo Schwammerl pro Person und Tag. Damit sich die Leute auch daran halten, patrouillieren in den kommenden Wochen 570 ehrenamtliche Schwammerl-Sheriffs im Salzburger Land. „Wir wissen, wo besonders viele Pilzsammler unterwegs sind“, sagt Alexander Leitner von der Berg- und Naturwacht, „und dort werden wir ganz gezielt kontrollieren.“

Auch auf bayerischer Seite schaut man den Schwammerlsuchern in den kommenden Wochen ganz genau auf die Finger. Die Männer der Bergwacht dürfen Wanderer kontrollieren und Verstöße bei der Polizei melden, sagt Sprecher Roland Ampenberger.

Daneben sind Jäger und Förster in den Wäldern unterwegs, die ebenfalls die Augen nach „Schwammerlhamstern“ offen halten. Selbst die Polizei macht mit. „Wir haben neben den Beamten der Alpinpolizei auch die Kollegen von der Reiterstaffel im Einsatz“, sagt der Rosenheimer Polizeisprecher Stefan Sonntag. In Bayern wurde bisher noch kein Schwammerlhamster erwischt – aber die Saison ist ja auch noch jung.

 

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