Impf-Woche Wogegen Sie sich schützen sollten

Ein kleiner Pikser, der Leben retten kann: Bei der Aktion am 6. April klärt das Gesundheitsamt über wichtige Impfungen auf. Foto: dpa

NÜRNBERG Wenn es um Schutzimpfungen geht, kneifen die Deutschen. Trotz kostenfreier Impfleistungen scheuen sie den kleinen Pikser – der jedoch ihr Leben retten kann.

 


Das zeigt sich momentan auch im Freistaat, denn die Zahl der Masern-Erkrankungen ist deutlich gestiegen: Alleine heuer wurden in Bayern schon fast 100 Fälle gemeldet. Neben roten Hautflecken sind Fieber und extreme Schlappheit die häufigsten Symptome. In besonders schweren Fällen können auch Lungen- und Hirnentzündungen auftreten – dann wird die Viruserkrankung schnell lebensbedrohlich.


Impfungen bei Kindern am Ende des ersten Lebensjahres können dagegen den Masern-Erreger für immer unschädlich machen.
„Aber nur 89 Prozent der Menschen hierzulande sind heute gegen Masern geimpft – zu wenige, um das Virus auszurotten”, erklärt Dr. Alice Schaffer vom Nürnberger Gesundheitsamt.

Impf-Woche vom 4. bis 9. April


Im Rahmen der Bayerischen Impf-Woche (vom 4. bis 9. April) startet auch das Gesundheitsamt jetzt eine Aktion. „Wir wollen die Menschen darauf aufmerksam machen, wie wichtig ausreichender Impfschutz ist”, erklärt die Expertin. Dafür werden am 6. April einen ganzen Nachmittag lang Impfbücher geprüft.


Der Aufbau des Impfschutzes beginnt bereits im Säuglingsalter mit der Grundimmunisierung: Tetanus, Diphtherie, Haemophilus Influenzae B, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und Pneumokokken.


„Bereits im Alter von zwei Monaten bekommen Babys die ersten Impfungen”, sagt Schaffer. Am Ende des ersten Lebensjahres steht bei Kleinkindern die wichtige Masern-Mumps-Röteln-Impfung an. Danach sind regelmäßige Auffrischungen wichtig, um den Schutz zu erhalten.
Gerade Erwachsene nehmen es aber mit dem Impfschutz nicht immer so genau, weiß Alice Schaffer: „Das hat nichts mit Impffaulheit zu tun, die Auffrischungen werden schlicht und einfach vergessen.”


Wogegen Erwachsene unbedingt geimpft sein sollten:
 

Gerade für Menschen über 60 Jahren oder chronisch Kranke empfiehlt die Expertin eine regelmäßige Grippe-Impfung: „Eine richtige Influenza kann sehr schwer verlaufen, mit Fieber bis zu 40 Grad, und sogar zum Tod führen.” Weil sich die Grippe-Viren immer verändern, muss man sich jedes Jahr im Herbst wieder neu piksen lassen. Auch gegen Pneumokokken, die eine gefährliche Lungenentzündung hervorrufen können, sollten sich ältere und kranke Menschen immunisieren lassen.

Kaum wird es draußen wärmer, lauert in Wiesen und Wäldern eine weitere Gefahr: Bei Temperaturen ab elf Grad werden die Zecken wieder aktiv. Jogger, Wanderer und alle Freiluft-Freaks sollten sich gegen die Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME) impfen lassen. Wenn eine mit dem FSME-Virus infizierte Zecke einen Menschen sticht, kann es bei 20 Prozent der Gestochenen zu einer Gehirnentzündung kommen. Eine Krankheit, die in seltenen Fällen sogar tödlich endet. Auch in Nürnberg treten immer wieder Zecken-Infektionen auf. „Wer sich viel in Wald und Feld bewegt, sollte sich unbedingt impfen lassen”, sagt Schaffer. Die Kosten dafür, wie für alle von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen, übernimmt die Krankenkasse – auch Praxisgebühr wird nicht erhoben.

Was nicht jede Krankenkasse bezahlt, ist die Impfung gegen Hepatitis A – auch Reisegelbsucht genannt. Das Virus bedroht Urlauber inzwischen schon im Mittelmeerraum. „Besonders in Meeresfrüchten können die Erreger stecken”, erklärt Schaffer. Um sich vollständig zu immunisieren, sind zwei Impfungen für insgesamt rund 120 Euro notwendig.
Ob alle Impfungen vollständig sind, kann jeder Hausarzt im Impfbuch nachschauen. „Wer eine Auffrischung vergessen hat, sollte die Impfung schnell nachholen”, rät die Ärztin.


Am Mittwoch, 6. April von 14 bis 18 Uhr können Erwachsene und Kinder im Nürnberger Gesundheitsamt (Burgstr. 4) ihren Impfstatus prüfen lassen. Dazu unbedingt das Impfbuch mitbringen! Wer verreisen will, für den gibt’s vor Ort auch eine reisemedizinische Beratung.

 

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