Immobilienpreise steigen weiter München: 19 Jahre muss man für ein Eigenheim sparen

Hüseyin Ince ist Redakteur im Lokalressort der Abendzeitung.
Bezugsfertige Neubauwohnungen in Trudering. Foto: Sven Simon/imago

Kauf- und Mietpreise in München steigen weiter. Bauland kostet so viel wie Häuser in anderen Städten.

 

München - Wer auf eine Trendwende auf dem Münchner Immobilienmarkt gehofft hat, der wird enttäuscht. Die Kaufpreise bleiben extrem hoch, so das Ergebnis der regelmäßigen Erhebung des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München (PV). Er veröffentlichte gerade Boden- sowie Immobiliendaten für die Region München (Zahlen von 2018).

So muss ein Münchner Haushalt im Schnitt etwa 19,5 Jahre Kaufkraft ersparen, um sich das ersehnte Eigenheim leisten zu können. Laut einer aktuellen Studie (2020) der Immowelt kosten Häuser in München etwa 1,25 Millionen im Schnitt. Und wer hier bauen möchte, muss auch für den Grund ziemlich viel bezahlen.

München: Baufläche kostet im Schnitt 2.000 Euro je Quadratmeter

Es ist ein deutschlandweiter Spitzenwert. Innerhalb der Münchner Stadtgrenzen sowie in Neuried, Pullach im Isartal und Grünwald (Landkreis München) kostet Baufläche im Schnitt 2.000 Euro je Quadratmeter. Für 500 Quadratmeter Baugrund wäre also eine Million Euro fällig. Für das Geld kann man in Stuttgart (laut Immowelt zweitteuerste Stadt nach München bei Häuserpreisen) fast anderthalb Einfamilienhäuser kaufen.

Günstiger wird es freilich innerhalb der Region München, aber außerhalb der Stadtgrenzen, außer im Süden. In Nord, West und Ost sinken die Preise für Bauland, wie etwa in Altomünster (Nord), Hofstetten (West) oder Dorfen (Ost), bis auf 500 Euro je Quadratmeter durchschnittlich. Ausnahmen bestätigen die Regel. In Landsberg am Lech etwa kostet Baugrund ähnlich viel wie im beliebten Freising oder auch in Starnberg sowie Garching: Je nach Lage sind hier zwischen 1000 und 2000 Euro je Quadratmeter fällig.

Immer mehr Münchner brauchen immer größeren Wohnraum.

Sind dann wenigstens die Mietpreise gesunken – oder stagnieren sie zumindest? Das werden sich viele Münchner sicher fragen. Aber auch hier bleibt es stabil teuer. PV ermittelt hier traditionell den Anteil der Kaufkraft, die durchschnittlich für Neuvermietungen fällig ist. Und dieser Anteil liegt – bei einer gemittelten Wohngrößte von 70 Quadratmeter – bei 23 Prozent. Anders gesagt: Im Schnitt gibt man bei einem Wohnungswechsel mit neuem Mietvertrag fast ein Viertel der eigenen Kaufkraft für die Miete aus.

Die Münchner Immobilienpreise werden vermutlich nicht sinken, auch trotz Corona. Das hat viele Ursachen. Ein selten genannter Grund ist laut PV eine Art gesellschaftlich bedingter Flächenfraß. Zur Zeit der Olympischen Spiele 1972 wohnten im Schnitt 2,7 Personen in einem Münchner Haushalt. Der Wert sank auf 2,0. Sprich: Immer mehr Münchner brauchen immer größeren Wohnraum.

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