Immobilienkauf Die Finanzierung planen

Der Traum von den eigenen vier Wänden ist teuer. Daher werden Immobilien in der Regel über Kredite finanziert. Foto: dpa

Wer eine eigene Immobilie kauft, braucht viel Geld. Die meisten Menschen sind dabei auf einen Kredit von Banken angewiesen. Dabei zählen drei Schlagworte: kalkulieren, vergleichen und prüfen

 

Keine Frage: Wohneigentum ist teuer – insbesondere in einer attraktiven Stadt wie München. Die wenigsten können eine Wohnung oder ein Haus mit eigenen Mitteln finanzieren. Das Problem: Eine gute Finanzierung zu finden, ist häufig Glückssache. Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest ist die Beratung in den Banken oft schlecht. „Kunden müssen eine Finanzierung gut vorbereiten”, erklärt Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale. Damit die Baufinanzierung nicht zum Alptraum wird, sollten Kunden einige Tipps beachten:

Kalkulieren: „Der erste Schritt ist immer ein Kassensturz”, sagt Schmid-Burgk. „Wie viel Geld wird eingenommen und wie viel ausgegeben?” Mit dieser Übersicht kann kalkuliert werden, wie viel Geld monatlich für einen Kredit aufgebracht werden kann.
„Auch die Sparverträge dürfen Sie nicht vergessen”, sagt Schmid-Burgk. Denn eine Lebensversicherung oder ein Sparplan muss nicht unbedingt weitergeführt werden. „Denn ein Kredit kostet in der Regel mehr Zinsen, als der Sparplan bringt.” Wer einen solchen Vertrag auflöst, kann außerdem sein Eigenkapital steigern. Das sollte idealerweise bei etwa 20 Prozent der Kaufsumme liegen.


Vergleichen: Auch wenn es mitunter mühsam ist – Kunden holen am besten immer mehrere Angebote ein. „Zwei bis drei Termine mit verschiedenen Anbietern sollte man schon machen”, empfiehlt Schmid-Burgk. Die Berater erstellen dann ein konkretes Angebot und rechnen dabei auch Kombinationen, zum Beispiel mit der KfW-Bank, durch.
Wichtig ist dabei auch die Frage der jeweiligen Zinsbindung. „Bei dem derzeitigen Zinsniveau entscheiden sich viele Kunden für eine Zinsbindung von 20 Jahren und mehr”, hat Schmid-Burgk beobachtet. Das kostet zwar häufig etwas mehr, bringt aber über einen langen Zeitraum Sicherheit über die Höhe der Zinsen. Laut FMH-Finanzberatung kostet ein Darlehen über 150 000 Euro bei einer Laufzeit von 20 Jahren derzeit zwischen 4,15 und 3,08 Prozent Zinsen.
Zudem ist es jedoch wichtig, bei der Planung generell nicht nur Zinsen im Kopf zu haben. Sie sind bei der Baufinanzierung nicht alles. Oft wird unterschätzt, wie viel die Höhe der Tilgungsrate ausmacht. Die früher oft übliche Anfangstilgung von einem Prozent führt bei niedrigen Zinsen zu recht langen Kreditlaufzeiten. Dies erklärt der Bundesverband deutscher Banken. Wer es sich leisten kann, sollte einen höheren Tilgungssatz wählen. Dadurch steigt zwar die monatliche Rate. Allerdings sparen Kreditnehmer so auch viel Geld.


Prüfen: Die verschiedenen Angebote sollten vor der Unterschrift unter einen der Verträge noch einmal geprüft werden. „Lesen Sie alles noch einmal genau durch”, empfiehlt Schmid-Burgk. Gibt es weitere Fragen, empfehle sich ein weiteres Gespräch mit dem Berater. Haben sich Interessenten für ein Angebot entschieden, holen sie zunächst die Finanzierungszusage der Bank ein. Erst danach empfiehlt sich eine Unterschrift unter einen Vertrag.

 

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