Im Umland ist der Trend umgekehrt München: Zahl der Komasäufer nimmt weiter zu

In München greifen immmer mehr Kinder und Jugendliche zur Flasche. Foto: dpa

Während bundesweit und im Münchner Umland die Zahl der sogenannten Komasäufer abnimmt, greifen die Jugendlichen aus der Landeshauptstadt immer häufiger zur Flasche. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor.

 

München – Nach Informationen der Krankenkasse DAK-Gesundheit landeten im Jahr 2014 insgesamt 363 Münchner Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus – davon 205 Jungen und 158 Mädchen. Gemäß der Zahlen des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Betroffenen damit im Vergleich zu 2013 um 1,7 Prozent, im Langzeitvergleich zum Jahr 2001 sogar um stolze um 82 Prozent.

Auch in den Nachbar-Landkreisen Erding und Fürstenfeldbruck erwachten mehr Jugendliche nach dem Rausch in der Klinik. Besonders in Erding ist die Zunahme dramatisch: Die Zahl der Komasäufer stieg dort um 29,7 Prozent, also um fast ein Drittel.

Dagegen ging die Zahl der Betroffenen in den anderen umliegenden Kreisen zurück. In Starnberg sank die Zahl um zwölf Prozent, im Münchner Landkreis um 19 Prozent sowie in Dachau, Ebersberg und Freising jeweils um knapp ein Drittel.

Auffällig: In Ebersberg und Freising landeten mehr Mädchen als Jungen nach dem Trinken im Krankenhaus. Während die Mädchen im Landesdurchschnitt etwa ein Drittel der Betroffenen ausmachen, haben sie im Großraum München tendenziell aufgeholt. Im Landkreis München haben sie zu den Jungen aufgeschlossen, in den Kreisen Ebersberg und Freising landeten sie sogar häufiger in der Klinik.

Die Erklärung für diese Entwicklung dürfte recht simpel sein, wie Stefan Wandel, Pressesprecher der DAK-Gesundheit in Bayern erklärt: "Nach wie vor gehört der Alkohol für viele Jugendliche zum Feiern und Spaß haben dazu." Er plädiert daher für verstärkte Alkoholprävention damit sich die insgesamt positive Entwicklung auf alle Regionen überträgt.

 

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