Im Besitz des Freistaats Bayern Starnberger See: Albers-Villa endlich für alle?

Autorenprofil Ruth Schormann
Das ehemalige Haus des Schauspielers Hans Albers. Foto: Rainer Binder

Das Anwesen steht jetzt dank einer Petition unter Denkmalschutz und sollte nach dem Verkauf an den Freistaat Bayern eigentlich der öffentlichen Erholung dienen. Erste Ideen für eine Nutzung gibt es schon.

 

Starnberger See - Zwar hat er voller Inbrunst sein Sankt Pauli bei Nacht "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" besungen, doch gelebt hat der gebürtige Hamburger Sänger und Schauspieler Hans Albers mit seiner Partnerin Hansi Burg jahrzehntelang in einem zweigeschossigen Anwesen mit Park und Boots- und Badehaus am Starnberger See.

Jahrzehntelang hat auch der Kulturverein Garatshausen dafür gekämpft, dass die nach dem Publikumsliebling benannte Albers-Villa, die heute am Hans-Albers-Weg liegt, unter Denkmalschutz gestellt wird. Nun war die entsprechende Petition erfolgreich, wie mehrere Medien berichteten. Der Landtag hat das Anliegen bewilligt. "Das ist ein sehr positives Zeichen für Feldafing und für Bayern insgesamt", sagte Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim am Montag zur AZ. Die Villa sei "ein ganz, ganz wichtiger Teil unseres Ortes".

"Eine Art Museum oder Kulturzentrum mit Bewirtung"?

Spannend ist aber nun die Frage, wie es mit dem Garten, in dem Albers einst über Hundert Rosensorten kultivierte, und der Villa direkt am See weitergeht. "Jetzt wäre es Aufgabe des Freistaats, sich zu überlegen, was er mit der Albers-Villa machen möchte", sagt Sontheim.

Er klingt skeptisch – kein Wunder, denn das Anwesen ist bereits seit den 70ern im Besitz des Freistaats und verrottete in dieser Zeit zusehends, obwohl es der "öffentlichen Erholung" dienen sollte. "Wir sind gern bereit, zu helfen, vernünftige Konzepte zu finden", schiebt Sontheim daher nach. Er stellt sich darunter "eine Art Museum oder Kulturzentrum mit Bewirtung" vor. Denn "irgendwo muss sich das ja auch finanziell tragen", findet er. Auch einen Gedenkraum für Hans Albers und seine jüdische Lebensgefährtin Hansi Burg kann er sich dort gut vorstellen, wo auf die Historie des Hauses in einer Multimedia-Schau eingegangen wird.

Denn das heute als Albers-Villa bekannte Anwesen ist viel älter: Ursprünglich gebaut hatte es Ludwig Loé 1864/85, später lebte die Schwester der Kaiserin Sisi hier. 1935 kaufte Hans Albers die Villa, baute ein bisserl um, errichtete eben das Bootshaus – und soll vom Steg aus gerne, wenn die Ausflugsdampfer vorbei fuhren, nackt in den See gesprungen sein, während sein Hit "La Paloma" auf dem Plattenspieler zu hören war.

 

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