Idee Hofgesellschaft Schön, frei, bunt: Spielen statt verkaufen

Ein Prosit aufs Spielen: René Götz und Anne Taylor haben das Nachbarschaftsprojekt entwickelt. Foto: privat

Die Hofflohmärkte werden um neue Ideen erweitert: Spielen, Singen, Poetry Slams. Der Kreativität sind da kaum Grenzen gesetzt.

München - Freundlich kommt der Nachbar herüber: "Ach, jetzt bin ich doch neugierig." Der grüne Innenhof im Schlachthofviertel ist mit Foto-Girlanden geschmückt. In der Adelzreiterstraße 12 wartet auf Kinder ein Basteltisch und eine Kreidemaltafel.

Nachbarn probieren sich lustig am Riesen-Mikado, ein Mann zupft sommerlich entspannt im Hof an der Gitarre. René Götz (41), Initiator der Münchner Hofflohmärkte, ist Gastgeber für Spiel und Kultur im Hof seines Büros. Jeder ist willkommen. Mit Partnerin Anne Taylor hat René Götz jetzt im Juni das neue Nachbarschaftsprojekt "Hofgesellschaften" gestartet. Für beide ist es eine Herzensangelegenheit.

Das Konzept: "Die schönen Höfe werden leider nur für private Festchen genutzt", meint Götz. "Es ist eine gute Idee der Stadtgesellschaft, hier Kinderspiele anzubieten, Lesungen oder Poetry-Slams." Das Schöne, Freie und Bunte an den neuen Hofgesellschaften sei: "Jeder kann in seiner Hausgemeinschaft oder Nachbarschaft aktiv seine kreative Idee einbringen. Das kann das Wochenende von vielen verzaubern", erklärt Götz.

Hofaktion steigt bei jedem Wetter

So funktioniert das Hofgesellschaften-Modell: Wer einen Hof hat, aber nichts verkaufen will, kann den Platz am Tag der Hofflohmärkte für Spiel und Kultur öffnen. Ob Riesen-Seifenblasen-Blasen, eine Schatzsuche, Theateraufführung oder "Leise-Disko", bei der Besucher Musik über Kopfhörer hören und dazu tanzen – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

Als Voraussetzung gilt: Der Eigentümer muss einverstanden sein. Das Mitmachen ist verbindlich, die Hofaktion findet dann bei jedem Wetter statt (vorsorglich Regenschirme und Planen besorgen). Insofern ähnelt das Konzept stark dem der Hofflohmärkte. Der Vorteil für Mitmacher: Wer seine Hofgesellschaft per Mail bei den Organisatoren Taylor/Götz anmeldet, dessen Hof-Adresse wird im Viertelplan der Hofflohmärkte markiert, auf der Homepage veröffentlicht und über Flyer in lokale Geschäften im Viertel bekanntgemacht.

Hofgesellschaft gerne auch ohne Hofflohmarkt

Chance für Höfe, die am Tag der Hofflohmärkte etwas ab vom Schuss liegen: An diesem Tag können sie abseits des Second-Hand-Verkaufs mit Kinderaktionen wie Spieletischen, einem Himmel-Hölle-Spiel oder kleinen Kulturdarbietungen Besucher anlocken.

Schließen sich fünf oder sechs Höfe in der Nachbarschaft zusammen, bewerben Götz und Taylor diese Hofgesellschaften auch extra – ganz ohne Hofflohmarkt: als Freitagsgesellschaft, Samstagsgesellschaft oder Sonntagsgesellschaften.

Mögliche Termine für die neuen Hof-Treffs sind: 7. Juli im Lehel, 13. Juli in Nymphenburg, 14. Juli in Hadern, 20. Juli in Allach, 21. Juli in Pasing, 27. Juli Maxvorstadt (mehr Informationen: hofgesellschaften.de). Wie schreibt Anne Taylor? Es gehe um das "gute Gefühl, gemeinsam Neues zu erleben". Na denn.

 

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