"Ich habe die Kontrolle verloren" Trinkkumpane im Nordfriedhof getötet: Obdachloser vor Gericht

Der Angeklagte mit seiner Übersetzerin Emöke Simeth (l.) und Anwalt Florian Alte. Foto: Sina Schuldt/dpa

Auf dem Alten Nordfriedhof tötet ein Mann seinen Bekannten. Nun steht er vor Gericht.

 

München - Der Anlass war nichtig, doch das Ende des Streits drastisch: Ein Obdachloser (36) soll auf dem Nordfriedhof seinen Trinkkumpanen († 55) erschlagen haben. Die zwei waren wegen einer fast leeren Weinflasche aneinandergeraten. Seit Montag steht Daniel B. wegen Totschlags vor Gericht.

Der obdachlose Mann gibt zu, Sorinel O. geschlagen zu haben. Er beteuert vor dem Landgericht aber immer wieder, dass sein Trinkkumpan sich nach den Schlägen noch bewegt habe. Als Grund für den Übergriff gibt er an, der andere habe seine Familie schwer beleidigt. "Als es dazu kam, habe ich ihn geschlagen, weil ich die Kontrolle verloren habe. Ich konnte nicht mehr", sagt er.

Streit um geklaute Weinflaschen eskaliert völlig

Im vergangenen August hatte Daniel B. mehrere Weinflaschen geklaut und eine davon mit seinem 55 Jahre alten Bekannten Sorinel O. im gemeinsamen Nachtlager auf dem Alten Nördlichen Friedhof getrunken.

Als der angeklagte Alkoholabhängige nachts aufwachte und sah, dass ein Großteil des Weins verschwunden war, kam es zum Streit zwischen den beiden Männern. Der 55-Jährige habe die Verstorbenen der Familie des Angeklagten verflucht, sagte dieser vor Gericht. Die Beleidigungen seien "inakzeptabel" gewesen, und er habe auf ihn eingetreten.

Nach einigen Tritten habe er von seinem Bekannten abgelassen. Sorinel O. starb laut Anklage noch auf dem Friedhof. Eine Zeugin, die O. nach der Auseinandersetzung gefunden hatte, sagte damals zur AZ: "Er war blutüberströmt. Es war offensichtlich, dass er tot war."

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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