Ice Tigers "Man kennt die zwei Herren ja"

Ende der Eiszeit mit Schrecken: Tiger-Trainer Andreas Brockmann sauer auf die Referees Willi Schimm und Daniel Piechaczek. Foto: bayernpress

NÜRNBERG Heute ist Frühlingsanfang – der Wintersport hat Ruh’. Dumm nur, was Nürnberg angeht: Eishockey ist schon längst keine Wintersportart mehr. Und deshalb hätten die Thomas Sabo Ice Tigers gern noch weiter zur fröhlichen Puckjagd geblasen. Dürfen sie aber nicht. Der Grund dafür lässt sich an drei Protagonisten festmachen:
Das Schiedsrichter-Duo Daniel Piechaczek (Finning) und Willi Schimm (Waldkraiburg) schickte kurz vor Feierabend des zweiten Pre-Playoff-Duells gegen die Mannheimer Adler am Freitagabend Tigers-Verteidiger Jeff Likens nach einem stinknormalen Check gegen Markus Kink in die Kühlbox. Und brachten damit Yannic Seidenberg als dritten Hauptdarsteller ins Spiel. Mannheims Nationalspieler, der zuvor bereits den 2:2-Ausgleich erzielt hatte (48.), schickte bei Adler-Überzahl 24 Sekunden vor der Schluss-Sirene mit seinem Treffer zum 2:3 die Noris-Cracks in den vorzeitigen Ruhestand.

 

"Wir haben es die Spiele vorher schon vermasselt"


Lähmendes Entsetzen und fassungsloses Kopfschütteln in der Arena Nürnberger Versicherung. Andreas Brockmann jedenfalls war restlos bedient. „Es gibt Hunderte solcher Zweikämpfe, da müsste man laufend Strafzeiten geben”, zürnte der Tigers-Trainer in Richtung Referees. „In so einer Situation muss ein Schiedsrichter einfach Fingerspitzengefühl zeigen. Aber in Nürnberg kennt man die zwei Herren ja schon.”
Auch Ex-Nationalspieler und TV-Experte Harald Birk war von den Socken: „Diese Aktion darf man in dieser Phase des Spiels auf gar keinen Fall pfeifen, weil man sonst Einfluss auf den Spielausgang nimmt.”
Klare Worte, für die sich die Tigers freilich jetzt auch nichts mehr kaufen können. Brockmann, in Sachen Schiri-Schelte ein gebranntes Kind, jedenfalls war sichtlich bemüht, an sich zu halten. Nur so viel: „Es ist einfach schade, wenn 40 Leute versuchen, ein Spiel sportlich zu entscheiden und dann zwei Mann so das Spiel beeinflussen.”

"Im personellen Bereich sind noch viele Optionen offen”


„Kein Vorwurf” deshalb auch von Lenz Funk an die Tiger-Meute. „Sie haben heute alles versucht.” Sind aber irgendwie von den Sünden der Vergangenheit eingeholt worden. „Letztendlich”, so Nürnbergs Eishockey-Manager abschließend, „haben wir die Spiele vorher schon vermasselt.” Als vor allem einige Leistungsträger mit deutlichen Formschwankungen zu kämpfen hatten.
Und was jetzt? „Eigentlich wollte ich ja am Sonntag zum dritten Spiel nach Mannheim fahren”, befand Brockmann ob des flotten Ende der Eiszeit leicht irritiert. „Ein paar Tage Pause, um sich Gedanken zu machen – das ist jetzt sicher vernünftig”, meine Funk. Und stellte klar, dass „im personellen Bereich grundsätzlich noch viele Optionen offen sind.”

 

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