Ice Tigers Fans haben „die Schnauze voll”

Zehn Sekunden vor Schluss: Der Anschlussstreffer zum 2:3 von Fredrick Eriksson (rechts) in Mannheim kam zu spät. Foto: fishing4

HANNOVER Die aktuelle Eiszeit könnte in der Noris die kürzeste seit zehn Jahren werden. Und daran ist ausnahmsweise mal nicht die allgemeine Klimaerwärmung schuld. Es ist die Folge des dramatischen sportlichen Tauwetters, das die Chancen der Thomas Sabo Ice Tigers, die Playoffs zu verpassen, von Spiel zu Spiel bedenklich größer werden lässt. Am vorletzten Wochenende der „normalen” DEL-Runde feierte Väterchen Frust jedenfalls fröhliche Urständ. Denn keine 48 Stunden nach der 2:4-Heimpleite gegen Iserlohn gab es für die Noris-Cracks gestern auch in Hannover eins auf die Mütze – 1:3 (0:0, 1:2, 0:1).

 

Tiger-Fans gehen auf die Barrikaden


„Wir haben die Schnauze voll”, skandierten die knapp hundert mitgereisten Tiger-Fans nach der Schluss-Sirene. Und das hat seinen Grund. Vor den beiden finalen Endspielen am Freitag in Mannheim und am Sonntag gegen Krefeld rückt ein Abrutschen auf Platz elf bedrohlich nahe. Damit wären selbst die Pre-Playoffs Makulatur. Entsprechend geknickt wirkte Trainer Andreas Brockmann nach der achten Pleitee aus den letzten zehn Spielen. Brochmann sah „eine sehr enge, ausgeglichene Partie zweier sehr disziplinierter Teams.” Nur halt wieder mal ohne Happy End. Was nützt da alles Lob vom Kollegen Toni Krinner: „Nürnberg hat uns alles abverlangt.”
Darum hatten die Schlachtenbummler aus der Noris vor Spielbeginn auch schriftlich gebeten. „Wenn ihr für uns kämpft, kämpfen wir auch für euch”, stand auf Transparenten zu lesen. Und an mangelndem Einsatzwillen hat’s auch nicht gelegen. Und an Patrick Ehelechner – von Brockmann wieder anstelle von Petr Prikryl zwischen die Pfosten beordert – auch nicht. In Hannovers stürmischem ersten Drittel rettete Ehelechner in höchster Not allein vier Mal gegen Sascha Goc und zwei Mal gegen Klaus Kathan. Ryan Bayda hatte bei einem Konter sogar das 1:0 auf dem Schläger, zielte aber knapp vorbei.

Chouinard vergab den Ausgleich


Besser machte es der ebenfalls zurückgekehrte Brad Leeb, der nach einem Schuss von T.J. Kemp den Puck zur Tiger-Führung abfälschte (28.). Diese auszubauen blieb Bayda und Jeff Likens (31.) freilich versagt. Die Quittung: Kathan (33.) aus dem Gewühl heraus und der bei Nürnberger Unterzahl völlig ungedeckte Goc mit seinem 22. Saisontreffer (37.) als Verteidiger (!) drehten den Spieß um – 1:2.
Die beste Ausgleichschance im Schlussakt vergab Eric Chouinard nur knapp (49.). Dafür machte Chris Herperger (54.), den Sack zu. Rob Leask scheiterte nur zwei Minuten später bei Nürnberger Überzahl an Scorpions-Keeper Youri Ziffzer (56.) – dahin der letzte Hoffnungsschimmer.
Und Brockmann blickte zurück im Zorn auf den vielleicht spielentscheidenden 1:1-Ausgleichstreffer: „Der ist im Nachschuss gefallen. Das passiert uns in letzter Zeit zu oft.” Viel Zeit zur Besserung bleibt den Tigern aber nicht mehr.

 

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