Hunde, Katzen und Kaninchen Von Nürnberg bis Riem: Die Tierheime sind voll!

Traurig blickt dieser Hund durch die Zwinger-Stäbe. Er hat derzeit schlechte Chancen, weil in den Ferien weniger Tiere vermittelt werden. Foto: dpa

Ausnahmezustand in Nürnberg – und in Riem müssen 30 Prozent mehr Hunde, Katzen und Kaninchen versorgt werden als sonst.

 

München - Trauriger Rekord: Die Tierheime in den beiden größten bayerischen Städten – München und Nürnberg – vermelden schon zu Beginn der Sommerferien einen Höchststand abgegebener und ausgesetzter Haustiere. „Bei uns geben sich die Leute seit Tagen die Klinke in die Hand“, sagt die Leiterin des Tierheims Nürnberg, Heike Weber.

Weit über 70 Tiere wurden von der Einrichtung seit dem ersten Tag der bayerischen Schulferien neu aufgenommen. Mit so vielen Hunden, Katzen und Kleintieren haben es die fränkischen Tierschützer sonst allenfalls während eines ganzen Monats zu tun. „Ich habe eben keine Zeit mehr für das Tier“ – das ist der häufigste Grund, den Heike Weber und ihre Kollegen in diesen Tagen hören.

In der Anlage des Tierschutzvereins München warten derzeit 30 Prozent mehr Tiere als üblich auf neue Besitzer. Weil gerade in der Urlaubszeit die Vermittlung schwierig ist, wird auch dort der Platz knapp. „Und wir sind erst am Anfang der Ferien“, sagt Sprecherin Judith Brettmeister.

Das Nürnberger Tierheim plant deshalb, Wartelisten einzuführen, sollte die letzte Tierbox belegt sein. Notfälle würden allerdings immer aufgenommen. Auffallend häufig landen in diesem Sommer Katzen im Tierheim. Judith Brettmeister vermutet: „Durch den kalten Winter haben scheinbar viele Katzen ihre Jungen später zur Welt gebracht“ – der Nachwuchs durchkreuze jetzt die Urlaubspläne der Besitzer.

Darüber hinaus würden sehr viele Kleintiere, darunter Frettchen und Chinchillas, abgegeben. Bei den Hunden sei die Zahl dagegen etwas niedriger als in den Vorjahren. Gestern zählten die Mitarbeiter des Münchner Tierheims exakt 999 Vierbeiner und Vögel: 205 Katzen, 125 Hunde, 104 Kaninchen sowie etliche Vögel, Ratten, Mäuse, Chinchillas und Wildtiere.

Ungefähr die Hälfte der Neuaufnahmen in München und Nürnberg sind Tiere, die ausgesetzt wurden. Judith Brettmeister erzählt etwa von einem trächtigen Kaninchen, das zusammen mit einem Rammler in einen viel zu engen Käfig gequetscht und vor einem Supermarkt abgestellt worden ist. Noch während des Transports ins Tierheim habe das Weibchen drei Junge geboren (AZ berichtete) – und das, wo das Kleintierhaus längst voll ist mit im Stich gelassenen Nagern, die auf eine zweite Chance bei tierlieben Menschen warten.

 

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