Hotel-Chefin verklagt die Stadt Nachbar für den Bayerischen Hof: Krieg der Luxushotels

Das Hausbau-Projekt liegt derzeit auf Eis. In wenigen Wochen wird das ehemalige HVB-Forum erst einmal für zwei Jahre zum Pop-up-Hotel mit Clubs und Bars. Foto: imago

Hotel-Chefin Innegrit Volkhardt klagt gegen die Stadt München: Neben ihrem Bayerischen Hof soll ein neues Luxus-Hotel entstehen. Sie klagt nicht gegen die neue Konkurrenz, sondern gegen die Situation.

 

München - Wenn zwei der mächtigsten Unternehmerinnen Münchens unterschiedliche Interessen haben – dann kann es ein langer, zäher Streit werden. Hotel-Chefin Innegrit Volkhardt klagt gegen einen Vorbescheid der Stadt München. Diese hatte bereits 2014 grundsätzlich grünes Licht gegeben für ein neues Fünf-Sterne-Hotel in unmittelbarer Nachbarschaft des Bayerischen Hofs.

In der Alten Bayerischen Staatsbank an der Kardinal-Faulhaber-Straße soll das neue Luxushotel "Alte Bayerische Staatsbank" mit mittlerweile 132 Zimmern entstehen – ein Projekt der Bayerischen Hausbau, einem Unternehmenszweig von Alexandra Schörghuber.

Hotel-Chefin mit dem Schwergewicht an ihrer Seite

Es ist ein Mega-Projekt: Außer dem neuen Luxushotel mit Lobby im denkmalgeschützten Vestibül sollen auf dem insgesamt 8300 Quadratmetern großen Areal an der Kardinal-Faulhaber, Pranner- und Salvatorstraße auch Restaurants, Veranstaltungsräume, Wohnungen und Geschäfte entstehen. Am Donnerstag fand vor dem Verwaltungsgerichtshof in der Ludwigstraße die Berufungsverhandlung statt.

Die erste Verhandlung liegt bereits zweieinhalb Jahre zurück. In drei Punkten hatte das Verwaltungsgericht der Klage von Innegrit Volkhardt gegen die Stadt München stattgegeben.

Im kurzen, schwarzen Kleid erschien die Hotel-Managerin vor Gericht. Sie hätte nicht persönlich anwesend sein müssen – doch Innegrit Volkhardt hat das Konkurrenz-Hotel offensichtlich zur Chef(innen)sache erklärt. An ihrer Seite kämpft für sie ein Schwergewicht unter den deutschen Anwälten: Ex-Politiker Peter Gauweiler (CSU) vertrat unter anderem Leo Kirch gegen die Deutsche Bank oder aktuell Patenantwalt Tilmar K., der über 100 Millionen Euro veruntreut haben soll.

Verstopfte Straßen "grenzwertig"

Peter Gauweiler ist außerdem einer, der die Situation vor Ort gut beurteilen kann: Seine Kanzlei hat ihren Sitz gegenüber vom Bayerischen Hof. Die Verkehrssituation und eine sogenannte Gebietsunverträglichkeitsprüfung sind die entscheidenden Punkte, die von einst 23 Kritik-Punkten nun noch übrig geblieben sind.

Innegrit Volkhardt sagt, es ginge ihr nicht um ein Konkurrenz-Hotel, sondern um die konkrete Situation: "Mit 40 Lastern, die täglich die Fünf Höfe anliefern, ist sie jetzt schon grenzwertig." Heute schon seien die Straßen ständig verstopft. Gauweiler moniert, dass die Verkehrssituation von der Stadt vor dem Bescheid hätte geprüft werden müssen: "Der Bescheid war rechtswidrig!"

Die Hausbau hat mittlerweile zwei Baugenehmigungen erhalten, die aber wegen des Prozesses noch nicht rechtskräftig sind. Nun hat sie das Gebäude bis Ende 2018 für ein Pop-Up zur Zwischennutzung an Michi Käfer freigegeben. Das Urteil soll nun am 5. Juli verkündet werden.

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