Horror in Berg am Laim Tierhasser köpft zwei Kaninchen

Meister Lampe in Todesgefahr. Ein unbekannter Tierhasser hat in Berg am Laim bereits zwei Kaninchen massakriert. Die Polizei jagt den fiesen Tierquäler.

 

München - Das Widderkaninchen lag leblos vor seinem Stall. Der kleine Körper war noch ganz warm – doch vom Kopf mit den niedlichen Schlappohren fehlte jede Spur. Im Nachbargarten fanden die Besitzer ihr zweites Häschen: ebenfalls tot. Schon wieder hat ein Unbekannter in München zwei Kaninchen umgebracht. Geköpft – diesmal in Berg am Laim.

Erst im Herbst hatte der Tierschutzverein vor einem irren Kaninchen-Killer gewarnt, der vier Tiere geköpft hatte.

Jetzt geht die unheimliche Serie offenbar weiter. „Wir waren im Urlaub. Unsere Nachbarin hat sich währenddessen um die Kaninchen gekümmert“, erzählt die Besitzerin der Tiere, die anonym bleiben möchte. „Sie hat die beiden immer pünktlich um 20 Uhr in ihren Stall draußen im Garten gesetzt und ihn abgesperrt.“

Als die Familie spätabends aus den Ferien kommt, will die kleine Tochter noch schnell nach ihren Lieblingen sehen. Doch der Stall steht offen – und ist leer. „Wir haben in der Wiese gleich einen der beiden gefunden und unsere Tochter sofort reingeschickt. Es war so gruselig, weil keinerlei Blut mehr da war. Der Körper war noch warm und der Kopf spurlos verschwunden“, sagt die Mutter. „Mein Mann hat mit der Taschenlampe die anderen Gärten abgesucht.“ Auf dem Rasen der Nachbarn sieht er den zweiten Hasen liegen, sein Kopf ist auf bizarre Weise verdreht, das Genick offensichtlich gebrochen. „Da ist er gleich umgekehrt und wir haben die Polizei verständigt“, erinnert sich seine Frau.

Beunruhigend: Als die Beamten eintreffen und den Hasen aus dem Nachbargarten holen wollen, ist er weg. Ein zusätzlicher Schock für die Besitzer: „Der Täter muss während der ganzen Zeit noch anwesend gewesen sein. Selbst als bei uns das Licht anging, und die Polizei schon da war, ist der Typ nicht abgehauen. Der wollte unbedingt den Hasen haben.“ Die Familie hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Polizei ermittelt. „Die Beamten gehen davon aus, dass es sich um ein Voodoo-Ritual handeln könnte. Es deutet alles darauf hin, dass der Täter das Blut und den Kopf der Kaninchen wollte.“ Die Familie ließ den Torso ihres Widders von einer Tierärztin untersuchen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass das Tier an einem glatten Nackenschnitt starb, der nur von Menschenhand durchgeführt werden konnte.

Ein Obduktionsergebnis, das man beim Münchner Tierschutzverein bereits kennt: Im Herbst 2011 fanden Familien in Haidhausen, Oberhaching und Johanneskirchen ihre Häschen tot im Garten. Auch sie waren mit einem scharfen Gegenstand geköpft worden, wie Veterinäre des Tierheims bestätigten. Vorher hatten einige Tierfreunde vermutet, der irre Kaninchen-Killer sei in Wahrheit ein Marder. Erst die Obduktion in Riem widerlegte diese Theorie.

Dass es tatsächlich Menschen gibt, die in fremde Grundstücke eindringen und unschuldige Haustiere töten, zeigt eine Serie aus dem Ruhrpott: Ein psychisch Kranker hatte dort innerhalb von eineinhalb Jahren 58 Kaninchen den Kopf abgeschlagen. „Als wir ihn festgenommen haben, hat er alles abgestritten. Doch als er in die Psychiatrie eingewiesen wurde, war die Serie mit einem Schlag vorbei“, erinnert sich der Dortmunder Polizeisprecher Manfred Radecke.

Anders in München: „Wir haben total Panik, dass der Typ wiederkommt“, sagt die betroffene Besitzerin. Fündig dürfte der Täter dann allerdings nicht mehr werden. Die Familie hat ihr totes Kaninchen bereits beerdigt – zusammen mit einem Bild, das die kleine Tochter von ihrem Liebling gemalt hat. kai, nk Der Tierschutzverein bittet im aktuellen Fall um Hinweise unter 089/92100033 oder per Mail an info@tierschutzverein-muenchen.de.

 

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