Horror-Altenheim in Unterfranken Senioren zu Tode misshandelt: Prüfer äußern sich am Freitag

Der Eingang zur Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf Foto: dpa

Fünf Senioren sterben in einem fränkischen Altenheim mutmaßlich durch Misshandlungen. Zwei Verantwortliche sitzen in Haft. Warum fielen die Zustände nicht schon früher auf?

 

Würzburg - Der Fall schockiert: In einem Seniorenheim in Unterfranken sollen fünf alte Menschen durch Misshandlungen zu Tode gekommen sein. Vor drei Wochen nahmen Polizisten Geschäftsführerin und Pflegedienstleiter des Heims unter dem Verdacht des Totschlags fest. Seitdem mehrt sich die Kritik am Vorgehen der Behörden im Fall der "Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf" in Untermerzbach (Landkreis Haßberge): Warum waren die mutmaßlich prekären Zustände nicht schon früher aufgefallen?

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist als unabhängige Institution für die Qualitätsprüfung der Pflegeheime zuständig. Die Prüfer wollen sich am Freitag in Würzburg dazu äußern, wie der MDK das in die Schlagzeilen geratene Heim geprüft hat.

Zwei Verantwortliche wegen Verdacht auf Totschlag in Haft

Die Staatsanwaltschaft Bamberg hatte wegen des Verdachts, in dem Heim würden Senioren misshandelt, seit Mai gegen die Einrichtung ermittelt. Das Gesundheitsministerium in München erfuhr nach Angaben eines Sprechers aber erst Mitte Oktober von dem Fall - durch einen Zeitungsbericht. Daraufhin habe man unverzüglich eine Prüfung der Einrichtung angeordnet. Dabei seien die Vorwürfe aber nicht bestätigt worden, hieß es.

Vier Wochen später wurden die beiden Verantwortlichen festgenommen - nun unter dem konkreten Verdacht des Totschlags. Der Haftbefehl stützte sich auf einen Fall, in dem ein alter Mann gestürzt sein soll und bewusst kein Arzt gerufen wurde, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Ich kann mir schwer vorstellen, dass in einem Heim, das im Oktober keinen Grund zur Beanstandung hatte, jetzt Festnahmen wegen Totschlags erfolgen", sagte dazu die Vorsitzende des Sozialverbands VdK Bayern, Ulrike Mascher.

 

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