Homan Prügelei mit Bayern-Star

Jared Homan, Center des FC Bayern, wird in eine Schlägerei verwickelt – und verbringt eine Stunde auf der Münchner Polizeiwache. Foto: sapics/augenklick

Jared Homan, Center des FC Bayern, wird in eine Schlägerei verwickelt – und verbringt eine Stunde auf der Münchner Polizeiwache.

 

MÜNCHEN - Chevon Troutman kam in Badelatschen, Shorts und dünnem T-Shirt daher, Je’Kel Foster schlurfte im schlabbrigen Trainingsanzug aus der Halle. Assistenztrainer Yannis Christopoulos spielte mit seinem Hund – nichts deutete nach dem Vormittagstraining der Basketballer des FC Bayern im Audi Dome darauf hin, dass die Dinge nicht ihren gewohnten Lauf nehmen würden. Jared Homan allerdings fuhr nicht wie seine Mitspieler im Dienstwagen nach Hause – der 29-jährige Center-Koloss aus Iowa wurde abgeholt. Offenbar, um die Geschehnisse der vergangenen Nacht aufzuarbeiten:

Denn Homan wurde am Dienstagmorgen nach AZ-Informationen vorübergehend von der Polizei festgenommen. In der Milchbar, einer Diskothek in der Sonnenstraße war es nach Auskunft der Polizei gegen vier Uhr in der Früh zu einer Schlägerei gekommen, drei Personen waren beteiligt, unter anderem auch der Center des FC Bayern. Die Polizei nahm alle drei vorübergehend fest und brachte sie in die Polizeiinspektion 11 in der Altstadt. In der Auseinandersetzung ist laut Polizei ein Glas als Waffe zum Einsatz gekommen – deshalb wird nun wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Bis zum Redaktionsschluss der Mittwochsausgabe wollte noch kein Verantwortlicher des FC Bayern Stellung zu dem Vorfall nehmen. Sportdirektor Marko Pesic teilte lediglich mit: „Unser Anwalt hat bei der Polizei um Akteneinsicht gebeten. Wir prüfen gerade selbst, was passiert ist.“ Die Polizei sucht Zeugen für Vorfall. Ob Homan tatsächlich Schuld an der Eskalation in der Disco trägt oder ob er nur Opfer des Vorfalls wurde, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass derartige Vorkommnisse den Verein zu einem ungünstigen Zeitpunkt erwischen. Die Bayern stecken gerade mitten im Kampf um eine gute Ausgangsposition für die Playoffs – und Homan ist dabei als bester Punktesammler (13,7 im Schnitt) und Rebounder (7,8) einer der wichtigsten Spieler im Team von Trainer Dirk Bauermann.

In der Offensive wie in der Defensive ist vieles im Spiel maßgeschneidert auf den wuchtigen Brocken unter dem Korb. Eine Disziplinarmaßnahme wie eine Suspendierung – sollten die Ergebnisse der Ermittlungen derartige Maßnahmen notwendig machen – würde nicht nur Jared Homan selbst, sondern auch die gesamte Mannschaft hart treffen. Der US-Profi steht oft im Mittelpunkt. Meistens, weil er für die Bayern das Spiel unter den Körben dominiert, aber selten auch, weil er seine Emotionen nicht ganz im Zaum halten kann – und dann körperlich reagiert. In Bologna, seinem Arbeitgeber vor dem FC Bayern, schlug er im vergangenen Jahr seinen damaligen Trainer.

Allerdings hatte der ihn zuerst körperlich angegriffen – und Homan sich nur gewehrt. Dem Verein kam es recht, den Center deswegen zu entlassen – denn er lag, so erzählte Homan, bei den Gehaltszahlungen im Rückstand. Und das ist auch in der ersten italienischen Liga nicht unbedingt ungewöhnlich. Auch auf dem Spielfeld ist Homan für seine Emotionalität bekannt – immerhin ist er der einzige Spieler des FC Bayern, der in dieser Saison mit einem disqualifizierenden Foul vom Platz geschickt wurde. Im Spiel gegen Bayreuth hatte ihn Gegenspieler Beckham Wyrick nach Abpfiff hart gefoult – Homan packte ihn daraufhin am Kragen. Im Grunde hatte er sich aber auch hier nur gewehrt.

 

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