Hochwasser in Deggedorf Deiche an der Donau nicht auf neuestem Stand

Aktuelle Bilder vom Hochwasser in Deggendorf: Die Lage ist weiter kritisch. Die Bürger sorgen sich um die Dämme. Die A92 ist wieder geöffnet. Foto: dpa

Die Überschwemmungen an der niederbayerischen Donau haben gezeigt: Viele Deiche halten Hochwasser nicht mehr stand. „Im Hinblick auf das jetzige Hochwasser sind die Deiche zu niedrig.

 

München – Die Deiche bieten Schutz gegen ein Hochwasserereignis, wie es etwa alle 20 bis 30 Jahre eintritt“, sagte Hermann Waas vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf der dpa. Seiner Einschätzung nach handele es sich beim jetzigen Hochwasser um eines, das alle 50 Jahre vorkomme. Technisch seien die Deiche in gutem Zustand.

„Das vorhandene Hochwasserschutzsystem an der Donau wurde in den Jahren 1927 bis 1957 errichtet“, heißt es auf der Internetseite des Bundesverkehrsministeriums. Dieser Schutzgrad entspreche aber nicht mehr den aktuellen Anforderungen. „Auch der bauliche Zustand der Deiche entspricht oftmals nicht den Regeln der Technik; bei hohen Wasserständen ist sogar die Standsicherheit der Deiche gefährdet.“

Hochwasser in Bayern: Die Lage am Freitag

Besonders in den Deichvorländern, also den Bereichen zwischen Donau und Deichen, habe sich die Sicherheit der Deiche in den letzen Jahrzehnten vermindert, so die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Grund dafür seien beispielsweise der steigende Anbau von Mais und die schnell wachsenden Pappelwälder an den Ufern und im Deichvorland: Diese Abflussbarrieren führten bei Hochwasser zu kritischen Wasserständen, denen Deiche nicht mehr standhalten können.

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Der Freistaat Bayern ist für Instandsetzung und Unterhalt von rund 1400 Kilometer Flussdeichen zuständig. 400 Kilometer Deiche, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, wurden seit 2001 in Bayern nachgerüstet und zusätzliche Schutzmaßnahmen gebaut, wie das Umweltministerium im Flussbericht Bayern 2012 mitteilte.

Nach der Überprüfung der Deiche begannen in den 1990-er Jahren Sanierungsarbeiten. Die Flutkatastrophen 1999, 2002 und 2005 verdeutlichten die Notwendigkeit, veraltete Deiche zu sanieren. Die Staatsregierung hatte deshalb ein Aktionsprogramm 2020 erstellt. Ziel: Die Sanierung bestehender Deiche, die Wiederherstellung natürlicher Überschwemmungsflächen durch Deichrückverlegungen und der Bau gesteuerter Flutpolder – eingedeichte, niedrig gelegene Gelände in Flussnähe.

 

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