Hirn-Chirurg in Japan eingetroffen Schumacher-Arzt Saillant soll Bianchi retten

Der Gehirn-Experte Gérard Saillant wurde schon nach dem Unfall von Michael Schumacher zu Rate gezogen. Jetzt soll er bei der Behandlung von Jules Bianchi helfen. Foto: dpa/AZ

Er soll helfen, Jules Bianchi ins Leben zurückzuholen: Hirn-Spezialist und Arzt von Michael Schumacher Gérard Saillant ist im Krankenhaus in Yokkaichi eingetroffen, um das Ärzte-Team zu unterstützen.

 

Yokkaichi - Chirurg Gérard Saillant, Arzt und guter Freund von Rekordweltmeister Michael Schumacher, ist Medienberichten zufolge am Dienstag in Japan zur weiteren Behandlung des schwer verunglückten Formel-1-Piloten Jules Bianchi eingetroffen. Erst nach Gesprächen mit dem 69 Jahre alten Mediziner sind neue Informationen zum Zustand des Marussia-Fahrers zu erwarten.

Das hatte Bianchis Vater Philippe bereits angekündigt. Sein Sohn liegt mit schweren Kopfverletzungen im Mie General Krankenhaus von Yokkaichi. Er war am Sonntag nach seinem schweren Unfall, als er gegen Ende des Großen Preises von Japan in Suzuka unter das Heck eines Bergungskrans gefahren war, notoperiert worden. Am Montag gab es Medienberichte über angebliche Komplikationen und eine weitere Not-OP nach einer Gehirnblutung bei Bianchi. Eine offizielle Bestätigung dazu gab es jedoch nicht.

Am Abend nannte ein Sprecher Bianchis Zustand "kritisch" aber "stabil".

Saillant war auch nach Schumachers Skiunfall direkt zu Beratungen mit den behandelnden Medizinern zu Jahresbeginn nach Grenoble gefahren. Er hatte Schumacher unter anderem 1999 nach dessen Unfall in Silverstone operiert, bei dem sich der gebürtige Kerpener einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen hatte. Saillant ist Präsident des Gehirn- und Rückenmarks-Instituts in Paris.

Wer ist Schuld am Unfall-Drama?

Julien Bianchi war beim chaotischen Grand Prix von Suzuka in Runde 43 bei regennasser Fahrbahn von der Strecke abgekommen. Genau an der Stelle, wo eine Runde zuvor Sauber-Pilot Adrian Sutil in einen Reifenstapel geknallt war. Während ein Bergungskran den Boliden von Adrian Sutil aus der Gefahrenzone heben wollte, schleuderte Bianchi mit ca. 150 km/h seitlich unter den Kran. Der Marussia wurde unter dem Fahrzeug regelrecht auseinandergerissen.

Nach Sutils Crash, der glücklicherweise unverletzt geblieben war, wurde den Fahrern als Hinweis auf die Gefahr am Fahrbahnrand die doppelte gelbe Flagge gezeigt. Warum Bianchi trotzdem so schnell in die Kurve fuhr, ist noch unklar.

Inzwischen ist aber Videomaterial aufgetaucht, das unmittelbar vor dem Unfall einen Streckenposten zeigt, der die grüne Fahne schwenkt - das Zeichen für "Gefahr aufgehoben". Sollte sich bestätigen, dass diese grüne Fahne zu Unrecht geschwenkt worden war, handele es sich laut dem RTL-Experten und Formel-1-Kommentator Heiko Wasser "in der Tat um einen echten Skandal".

Derweil wird auch Kritik an der FIA laut. Hätte man das Rennen aufgrund des Taifuns "Phanphone" nicht sogar verschieben müssen? Bild berichtete, dass entsprechende Vorschläge das Rennen zu verschieben vom Weltverband und vom Betreiber der Rennstrecke abgelehnt worden seien.

 

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