Hilfe beim Tausch Kontowechsel: Einfacher, schneller, unbürokratischer

Fürs Konto-Überziehen sind häufig stattliche Zinsen zu zahlen. Foto: dpa

Viele Menschen scheuen sich, ihr Konto zu wechseln. Seit Kurzem sind die Banken verpflichtet, Kunden beim Tausch zu unterstützen – die Erkenntnisse.

 

Bislang war es ein freiwilliger Service der deutschen Banken, aber seit dem 18. September des vergangenen Jahres ist es Pflicht: Kreditinstitute müssen Kunden, die ihr Konto innerhalb Deutschlands wechseln wollen, unterstützen.

Was sind nun die Pflichten der Banken? Das neue Institut muss ein- und ausgehende Überweisungen sowie Lastschriften des alten Kontos übernehmen. Die bisherige Bank hat dazu dem neuen Institut und dem Verbraucher eine Liste der Aufträge der vorangegangenen 13 Monate zu übermitteln. Nach spätestens zwölf Geschäftstagen soll das neue Konto fertig eingerichtet sein.

Zudem dürfen die Kreditinstitute innerhalb Deutschlands kein Entgelt verlangen, wenn sie etwa Daten der Daueraufträge oder Lastschriften an den neuen Anbieter übermitteln.

Was raten Verbraucherschützer wechselfreudigen Kunden? Wer bei einem neuen Anbieter ein Konto eröffnet, sollte auch eine Ermächtigung zur Kontowechselhilfe unterschreiben – dann nämlich müssen beide Banken kooperieren.

Wie fällt die Zwischenbilanz der Branche nach einem halben Jahr aus? Positiv – auch wenn es nicht in jedem Fall reibungslos klappt. "Die Vorgaben werden von den Banken und Sparkassen selbstverständlich beachtet", erklären die fünf großen Bankenverbände, die in der Deutschen Kreditwirtschaft organisiert sind.

Wo stockt’s noch? Joachim Schmalzl, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), berichtet schon von Einzelfällen, in denen die Fristen nicht eingehalten werden. "Wir bekommen schon Rückmeldungen von Sparkassen als aufnehmendes Institut, dass es nicht immer so hinhaut", sagt Schmalzl. "In Einzelfällen dauert es länger, es rumpelt hier und dort durchaus."

Er würde das aber als "klassische Anfangsschwierigkeiten" verbuchen.

War eine gesetzliche Regel überhaupt nötig? "In Deutschland ist ein individueller Service für Kunden, ihr Konto wechseln zu können, kein Neuland", behauptet die Deutsche Kreditwirtschaft. "Seit jeher unterstützen die Banken und Sparkassen aktiv Neukunden bei einem Kontowechsel."

Auch Sparkassen-Vertreter Schmalzl meint: "Wir hätten diese gesetzliche Regelung in Deutschland nicht gebraucht, das war schon sehr stark europäisch getrieben."

Was sagen Verbraucherschützer? Sie hatten die neue Regel begrüßt, sie gebe Kunden gerade in Zeiten steigender Gebühren die Chance, einfacher die Hausbank zu wechseln.

Wechseln die Deutschen ihr Konto überhaupt? Einer Bitkom-Umfrage von Juni 2016 zufolge haben drei Viertel der Menschen ihre Hauptbankverbindung noch nie getauscht. Daran hat die Neuregelung nicht grundsätzlich etwas geändert. Schmalzl: "Es gibt nicht die Schwemme von Wechslern, die vielleicht erwartet wurde."

 

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