Herz-Kreislauf-Erkrankung häufigste Todesursache Plötzlicher Herztod beim Sport und beim Sex

Herzerkrankungen seien laut DGK die häufigste Todesursache in Deutschland. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen in Deutschland immer noch den traurigen Spitzenplatz in der Statistik der häufigsten Todesursachen ein. Herzpatienten könnten in vielen Fällen besser versorgt, eine große Zahl von Todesfällen verhindert und die Lebensqualität von Betroffenen nachhaltig verbessert werden.

 

Der plötzliche Herztod stellt ein besonders dramatisches Ereignis dar, gerade weil er lautlos und scheinbar unvermeidbar eintritt und auch vermeintlich gesunde Menschen von einer Sekunde auf die andere aus dem Leben reißen kann. Solch ein Ereignis betrifft bis zu 100.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr.

Auslöser für den plötzlichen Herztod ist meist eine Herzrhythmusstörung, dem Kammerflimmern, welches unbehandelt zum Herzstillstand führt.

Ursachen für Herzrhythmusstörungen

Ursachen können sein:

  • Verkalkung der Herzgefäße mit akutem Herzinfarkt
  • Genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen
  • Virusbedingte Herzmuskelerkrankungen

Plötzlicher Herztod bei jungen Menschen Berichte über junge Leistungssportler, die mitten auf dem Sportplatz plötzlich tot umfallen, tauchen wiederholt in den Medien auf. Wie kann es da zu einem plötzlichen Herztod kommen? PD Dr. med. Axel Preßler (Kardiologie mit Herz) klärt auf: “Oft liegen unerkannte Herzerkrankungen vor, die im Zusammenhang mit sportlicher Aktivität zum besonderen Risiko werden können. Auch Herzinfarkte treten bereits bei jungen Menschen auf. In sportkardiologischen Untersuchungen können wir viele dieser Risikoerkrankungen rechtzeitig erkennen, aber sie werden immer noch zu wenig in Anspruch genommen.“

Plötzlicher Herztod beim Sex

Auch bei sexueller Aktivität treten plötzliche Todesfälle auf, denn häufig kommt es dabei zu durchaus größeren körperlichen Anstrengungen, die mit Gefahren gerade für Herzpatienten verbunden sein können.

„Wichtig ist hier die Prävention. In vielen großen Studien ist die Wirksamkeit der präventiven Medizin eindeutig belegt worden. 70 Prozent der Zunahme der Lebenserwartung in den vergangenen 20 Jahren gingen auf medikamentöse und verhaltenstherapeutische Maßnahmen in der Vorbeugung der Herz-Kreislauferkrankungen zurück“, betont der Sportkardiologie PD Dr. med. Axel Preßler. „Das bedeutet, die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor allem durch Änderungen des Lebensstils und ggf. auch durch eine rechtzeitige medikamentöse Behandlung von Risikofaktoren wie erhöhte Blutdruck- und Cholesterinwerte zu verhindern“.

Wie sicher ist nun der Herzpatient?

Sind Sport und Sex gefährlich oder doch unbedingt wichtig für ein gesundes Leben?

„Aus zahlreichen Studien wissen wir, dass regelmäßige sportliche und sexuelle Aktivität lebensverlängernd wirken, insbesondere auch nach einem Herzinfarkt. Aber auch hier gilt – auf die richtige „Dosis“ kommt es an, denn es lauern auch Gefahren. Leider werden diese Themen beim Arztbesuch häufig nicht ausreichend angesprochen.“

Kostenloses Herzseminar im Rahmen der Herzwochen 2019 der Deutschen Herzstiftung in München

Alle Fragen rund um sportliche und sexuelle Aktivität bei Herzerkrankungen beantwortet PD Dr. med. Preßler in einem kostenlosen Herzseminar im Rahmen der Herzwochen 2019 der Deutschen Herzstiftung.

DIENSTAG, 19.11.2019
18.00 – 19.30 Uhr
Praxis Kardiologie mit Herz
Im Marianowicz Zentrum /4. Stock
Törringstraße 6
81675 München

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