Heimatminister bei Star Wars Darth Söder, der Sternenkrieger

Allein unter Sturmtruppen: Die Bilder von Markus Söders Auftritt in der Ausstellung "Star Wars - Identities". Foto: dpa

Es war einmal in einer gar nicht so weit entfernten Galaxis, als der Minister alle Wookies rasieren wollte.

 

Am Ende entscheidet sich Markus Söder für die gute Seite, aber das ist natürlich der unwichtigste Aspekt seines Besuchs in der Ausstellung „Star Wars – Identities“, denn es schauen ja alle zu, Medienvertreter und Besucher. Und wer noch nicht der Oberschurke in der Galaxis ist und deshalb auf alles und jeden pfeifen kann, der schreitet öffentlich natürlich nicht ins rote Licht.

Als er die Ausstellungsräume betritt, summt Söder dann trotzdem den „Imperial March“, mit dem für gewöhnlich Darth Vader auftritt, der auf die dunkle Seite der Macht gewechselte Jedi-Ritter.
Ein Versehen, davon kann man ausgehen, ist das nicht: Der bayerische Wirtschaftsminister (CSU) schreitet zwar vor allem mit großen Schritten durch die Gänge in der Kleinen Olympiahalle und schaut in Vitrinen, weil das starke Fotos gibt – Söder, der Dorn im Seehofer-Auge, vor den Worten „Möge die Macht mit dir sein“: Das könnte man fast als Wahlplakat verwenden.

Aber faktensicher ist er allemal beim Thema „Star Wars“. Seit der fünften Klasse begleitet ihn die Filmreihe, erzählt Söder – da musste er in der Englisch-Schulaufgabe eine gute Note schreiben, damit er den ersten Teil im Kino sehen durfte – und gab sich arg Mühe.

Söder, Wookies und die Leitkultur

Die neueren Filme – inzwischen vier an der Zahl – finde er nicht so gut wie die alten, erzählt er. Auch weil die Macht, diese große, übernatürliche Kraft, die in manchen Lebewesen wohnt und sie stärker macht als andere, lenkt und leitet, plötzlich als biologisches Phänomen dargestellt wird: „Ich fand das besser, als das noch eine mystische, höhere Kraft war“ – da ist er eben auch ganz Christsozialer.

Und wer jetzt denkt, solch ein Ministerbesuch in einer popkulturellen Ausstellung wäre ein realitätsfernes Ereignis, dem sei folgender echter Dialog über Wookies – diese große, flauschige Rasse aus dem Star-Wars-Universum, Sie wissen schon, zu der auch Han Solos Kumpel Chewbacca gehört – ans Herz gelegt:

AZ: Herr Söder, was meinen Sie, käme Bayern mit der Ankunft von Wookies zurecht, so von etwa 200 000?
MARKUS SÖDER: So weit ich weiß, würden wir den Wookies zuallererst was zum Rasieren geben, um sich mal in Form zu bringen.
Das ist aber ein bisschen übergriffig, oder?
Joah, aber das ist bei uns so Leitkultur.

Sich selbst sieht Söder übrigens nicht als Darth Vader – nicht mal in in der Version als Faschingskostüm: „Das sitzt viel zu eng.“

 

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