Hausfassaden Hör mal, wer da hämmert: Spechte!

Der Specht baut eigentlich mit lautem Klopfen Bruthöhlen in Bäume. In Städten nutzt er dafür gelegentlich auch Hauswände. Foto: dpa

Wenn kein Baum da ist, picken sie ihre Löcher in Hausfassaden. Und die können schimmeln

 

MÜNCHEN Wenn ein Buntspecht auf Brautsuche ist, hämmert er ein Loch in einen morschen Baum. In diesem Nest sollen einmal seine Nachkommen groß werden. Aber gelegentlich nimmt der Vogel dafür auch Hauswände – und durchlöchert den Putz und das darunterliegende Dämmmaterial wie Polystyrol, Hanf und Mineralwolle. „Denn in Städten mangelt es an natürlichem Lebensraum, an Mischwald mit morschen Baumpartien und Totholz für Höhlen”, erklärt Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz. „Was Spechte an wärmegedämmte Fassaden lockt, weiß niemand genau”, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB). Beseitigt werden die Löcher am besten noch im Herbst. Denn die Schäden können gravierende Auswirkungen haben: Durch die Löcher dringt Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein. Dann kann es Wasserschäden geben oder Schimmel bildet sich. Im schlimmsten Fall verliert die Wand ihre wärmedämmende Wirkung und die ganze Fassade muss ersetzt werden, erläutert Expertin Reinhold-Postina. Hauseigentümer sollten dafür einen Fachmann beauftragen. „Dieser schneidet das Loch sauber aus und reinigt es”, erläutert Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Ein passendes Stück neuer Dämmstoff wird mit Kleber oder Mörtel in das Loch gesetzt. Und wer sein Haus neu dämmt, sollte dabei auf einen glatten und harten Putz achten!

 

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