Haus & Wohnung Mieten oder kaufen?

Diese Frage stellen sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal. Die Zeitschrift „Finanztest” hat aktuell ermittelt: Eine Wohnung zu kaufen ist heutzutage oft günstiger als mieten

 

In zahlreichen wachsenden Großstädten haben die Mieten der am Immobilienmarkt angebotenen Wohnungen 2012 deutlich angezogen. Der anziehende Wohnungsneubau kann das Nachfrage-Plus noch nicht auffangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des „Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung” (BBSR). Bundesweit ist die Entwicklung der Mieten in einer Mehrjahresbetrachtung moderat. Vor 2010 waren die Steigerungen gering, teilweise waren die Mieten sogar rückläufig. Ein Vergleich mit der bundesweiten Teuerungsrate seit 2005 zeigt, dass die Entwicklung der durchschnittlichen Angebotsmieten im gesamten Zeitraum noch unterhalb der Inflationsrate lag. Erst ab 2011 ist eine deutlich über der Inflationsrate liegende Mietendynamik zu verzeichnen. Der Blick auf die Städte und Regionen macht deutlich, wie groß die regionalen Unterschiede sind. Die Schere reicht auf Kreisebene im Durchschnitt von 3,77 Euro je Quadratmeter in Wunsiedel bis zu 12,53 Euro in München. Hinter diesen Spannen stecken unterschiedliche Marktsituationen zwischen Anspannung einerseits und andererseits einem Angebot, das die Nachfrage zum Teil deutlich übersteigt.
Gerade in München stellt sich da natürlich die Frage, was mittel- und langfristig sinnvoller ist. Mieten oder kaufen? Denn eine Wohnung zu kaufen, kann günstiger sein als eine zu mieten. Das geht aus einer Berechnung der Zeitschrift„Finanztest” (Heft 8/2013) hervor, bei der die monatlichen Belastungen für einen Kauf mit der Miete für eine entsprechende Wohnung verglichen wurden. Ein Beispiel: Wer in Frankfurt eine 80 Quadratmeter große Wohnung in guter Lage und mit guter Ausstattung kauft, spart gegenüber einer Mietwohnung rund 14 Euro im Monat. Der Münchener hingegen zahlt rund 300 Euro drauf, weil hier die Kaufpreise pro Quadratmeter weit höher sind. Die Tester werteten die realen Kaufpreise für Häuser und Wohnungen des vergangenen Jahres sowie die Höhe der Neuvermietungen für 30 Städte und 20 Landkreise aus. Grundlage dafür war die Datenbank des Verbandes der Pfandbriefbanken (vdp), die rund 900000 Immobilienkäufe aus den vergangenen zehn Jahren erfasst. Käufer müssen laut „Finanztest” genau hinschauen, wo sie suchen. Auch der Blick über die Stadtgrenzen hinaus lohnt sich. Im Umland ist der Kauf einer Immobilie zum Teil deutlich günstiger als in der Stadt. Doch auch wenn die hohen Quadratmeterpreise in München zunächst gegen den Kauf von Wohnungseigentum sprechen, darf man einige Faktoren nicht außer Acht lassen: Langfristig gesehen ist die eigene Immobilie eine gute Altersvorsorge – im Seniorenalter ist sie meistens abbezahlt und man hat keine monatliche Mietbelastung mehr. Zudem sind die Zinsen derzeit auf einem historischen Tief und das Gefühl im eigenen Zuhause zu leben spielt für viele Menschen emotional eine große Rolle.

 

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