"Warten auf ein Zeichen" C. Kaufmanns Bruder: "Die Maschinen nicht abschalten!"

Die Münchner Schauspielerin Christine Kaufmann ist ins Krankenhaus eingeliefert worden. Foto: Petra Schramek

Die Ärzte kämpfen weiter um Kaufmanns Leben. Ein Freund sagt: "Es gibt keine Hoffnung mehr." Doch die Familie betet und bangt weiter.

 

Für ihren engsten Freund Dieter Peter Baron von Engel-Erlenbach ist Filmstar Christine Kaufmann (72, "Monaco Franze") der "Inbegriff der Gesundheit".

Jeden Sonntag haben sie sich zum Tee getroffen, Christine nippte an ihrer Tasse Kardamom und gab Ratschläge, wenn er sich unwohl fühlte. Sie hatte für alles einen Ratschlag, ein pflanzliches Wundermittel parat. "Besser als jeder Hausarzt", sagt der Spezl aus München im Gespräch mit der AZ.

Seit 40 Jahren kennen und mögen sich die beiden. Dass ausgerechnet Gesundheitsapostel Christine nun im künstlichen Koma liegt, Leukämie und eine Blutvergiftung hat und mit dem Leben ringt, macht ihn fassungslos.

Heute befindet sich die berühmte Schauspielerin den elften Tag in einer Münchner Klinik im Koma, ist an zig Geräte angeschlossen und bekommt stärkste Schmerzmittel.

"Die Ärzte haben versucht, mit einer Chemotherapie anzufangen", berichtet der Freund weiter. "Aber dann ist ihr Kreislauf so stark zusammengebrochen. Jetzt gibt es leider keine Hoffnung mehr. Die Töchter müssen überlegen, wann sie die Geräte abschalten."
Eine furchtbare, niederschmetternde Diagnose.

"Bis zum letzten Atemzug glaube ich an ein Wunder."

Christines Bruder Hans-Günther Kaufmann (73) widerspricht im Gespräch mit der AZ.

Er sagt: "Jeder geht mit der Situation anders um. Aber für mich stirbt die Hoffnung zuletzt. Bis zum letzten Atemzug glaube ich an ein Wunder. Ich bete heftigst für meine Schwester. Wir alle warten jetzt sehnsüchtig auf ein Zeichen von Christine."

Mit seiner Frau, Christines Töchtern Alexandra und Allegra und deren Enkeln wechselt er sich ab, am Krankenbett zu sitzen, mit ihr zu reden und ihr "die größtmögliche Liebe und Kraft zu geben".
Überlegt Christine Kaufmanns Familie etwa schon, wann die Maschinen abgestellt werden?

"Nein", sagt der Bruder vehement. "Wir vertrauen den Ärzten. Und die Ärzte kämpfen weiterhin mit vollem Einsatz um ihr Leben, und wir glauben weiterhin mit vollem Einsatz an Christine. Wenn sie will, wird sie es schaffen, sich irgendwie bei uns zu melden. Irgendein Impuls wird dann von ihr ausgehen."

Wobei auch Hans-Günther Kaufmann, der seit Jahrzehnten sehr gläubig ist und sogar schon den Papst getroffen hat, mitunter von düsteren Gedanken heimgesucht wird.

"Manchmal ahne ich, dass Christine nicht mehr auf die Beine kommt. Ich spüre das in mir. Das macht mich natürlich zutiefst traurig. Aber dann ermahne ich mich selbst, denke daran, wie kämpferisch sie ist, und schöpfe neue Hoffnung."

Sein Fazit nach elf Tagen auf der Intensivstation an der Seite seiner geliebten Schwester: "Ihr Schicksal liegt jetzt in Gottes Hand – und auch ein bisserl in ihrer eigenen. Christine wird tun, was sie tun will."

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