Harlaching Streit an der Isar: "Wo sind die schönen Badeplätze?"

So hat es an der Stelle vor der Umgestaltung ausgesehen. Foto: CSU

Politiker fordern die Herstellung der "alten Gumpen" hinter der Marienklausenbrücke. Das Kiesbett sei oft "unansehnlich", manche Stellen "gefährlich".

Harlaching - Sonnenhungrige Singles, Familien mit Kindern, rüstige Rentner: Früher haben sich die Münchner hinter der Marienklausenbrücke im Sommer gern erholt und mit den Füßen in der Isar geplanscht. „Es war viele Jahre lang einer der schönsten Erholungs- und Badeplätze in München“, sagt CSU-Politiker Ferdinand Brinkmöller im Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching.

Doch vorbei sei es mit der Idylle hier im Münchner Süden, schimpft Brinkmöller. Sein Antrag fand im Bezirksausschuss großen Zuspruch. Darin heißt es: „Die künstliche Umgestaltung hat jetzt den Charme eines Schotterparkplatzes und nicht mehr den einer Erholungs- und Badeplatzmöglichkeit.“ Das „umgeformte Uferbett“ sei für Erholungszwecke „in der bekannten Weise nicht mehr nutzbar“.

Schuld sei der viele Kies, den die Stadt Ende 2013 hier aufgeschüttet habe – eine Maßnahme, die getroffen wurde, um die Sanierung des Düker zu sichern – ein künstlicher Abfluss.

„Ohne Zweifel mussten wohl oberhalb des Wehres Sanierungsarbeiten geleistet werden“, räumen die Antragsteller ein. „Warum aber unterhalb des Wasserfalls die schönen Gumpen und Bademöglichkeiten mit Kies zugeschüttet wurden, ist nicht ansatzweise nachvollziehbar.“

Entweder sei das Wasser zum Erfrischen zu flach – „und das westseitige Kiesbett vor der Wachhütte der Wasserwacht in einem unansehnlichen Zustand“, sagt Brinkmöller. Oder aber die Isar werde „aufgrund der geschaffenen Strömung“ zum reißenden Fluss.

Und noch ein anderes Problem ist aufgetreten: Die Wasserwacht warnte in der BA-Sitzung vor „gefährlichen Stellen“ durch „herausstehende Nägel“ in den Holzbalken, die unterhalb des Wasserfalls durch die Strömung freigelegt worden seien. Auch das tief eingegrabene Flussbett mit den steilen Uferkanten sei ein Risiko. Die Stadt hat prompt reagiert – und versichert, dass alle Gefahrenstellen generell „sofort“ beseitigt werden. Das Baureferat prüfe das Flussbett „ständig“.

Der Wunsch, dass die Isar so wie früher aussieht, bleibt. „Viele Bürger wünschen hier im Süden eine Gumpenlandschaft so wie damals“, sagt Brinkmöller. Der BA fordere mit Nachdruck „eine Rückführung der Isar-Ufergestaltung“.

Wie äußert sich die Stadt? Das Baureferat verweist auf den Hochwasserschutz und die Vorteile der Isar-Renaturierung, an der man festhält: Die Isar habe dadurch „wieder den Charakter eines alpinen Wildflusses“. Dies bedeute, „dass sich ihr Erscheinungsbild in Abhängigkeit vom Wasserstand stetig ändert“. Auch der Kies verlagere sich mit der Strömung.

Ohnehin gelte „in unmittelbarer Nähe“ von Wehranlagen ein Badeverbot, betont das Referat für Umwelt und Gesundheit. Gumpen hin oder her: Dies gelte auch für die Marienklause. Zwar gebe es keine konkreten Meterangaben, wie weit vom Wehr entfernt man baden dürfe und wo nicht. Doch um sicherzugehen, sollten Badende „mindestens 20 Meter Abstand“ nehmen.

Das Baureferat hat nun eine „Optimierung der Beschilderung der Gefahrenstelle in Höhe der Marienklause“ angekündigt. Man sei in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und den Wasserrechtsbehörden. Ferdinand Brinkmöller vom BA will sich damit nicht zufriedengeben. Der CSU-Politiker hofft weiter „auf die schönen, alten Gumpen für die Münchner an der Isar“.

 

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