Handykauf abgelehnt Muffathalle: Marokkaner (18) sticht Mann ins Gesicht

Der Marokkaner Kamal A. (18) vor der Jugendstrafkammer. Er soll einen Mitheimbewohner vor der Muffathalle ins Gesicht gestochen haben. Foto: Torsten Huber

Marokkaner Kamal A. will an einen Heimmitbewohner ein Handy verkaufen. Der lehnt ab. In der Muffathalle in Haidhausen sehen sie sich wieder. Draußen sticht Kamal A. zu.

 

Haidhausen - „Wenn man arm ist in Marokko, dann bleibt man arm. In Deutschland hilft einem der Staat“, darum verlässt Kamal A. mit 15 Jahren in einem Gummiboot seine Heimat und kommt über Spanien und Frankreich im Dezember 2009 in München an. Wahrscheinlich muss Kamal A. aber wieder zurück nach Marokko.

Denn er steht wegen versuchten Mordes vor der Münchner Jugendstrafkammer. Es droht die Abschiebung. Er soll Heimmitbewohner Emad E. mit einem Messer mehrmals ins Gesicht gestochen haben, weil der ihm das Handy nicht abkaufen wollte.

Der 18-Jährige (Anwalt Werner Kränzlein) streitet die Tat ab: „Ich habe ihn nur geschlagen, weil er mit seinem Taschenmesser mein Ohr verletzt hat.“ Zeugen behaupten das Gegenteil. Als Kamal A. nach München kommt und sich als Algerier vorstellt, bekommt er eine Aufenthaltsduldung und geht zur Schule.

Den Ausbildungsplatz zum Metzger lehnt er ab. Er will in die Hotelbranche. Einen Anzug tragen. Die 150 Euro Sozialhilfe im Monat reichen nicht. Er begeht Diebstähle, verkauft die Ware. Er hat bereits mehrere Vorstrafen und ist zur Tatzeit auf Bewährung in Freiheit.

In der Nacht zum 1. April treffen sie in der Muffathalle in der Zellstraeß in Haidhausen wieder aufeinander. Kamal A. ist immer noch sauer auf Emad E. Es kommt zum Streit. Vor der Halle zieht Emad E. sein Messer. Das Urteil soll am Freitag fallen.

 

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