Handtaschenkonsolen Letzter Kampf um die Hosentasche?

Sony übt mit der neuenngP (großes Bild) denSchulterschluss mitgoogle. Foto: AP

Mit neuen Hosentaschenkonsolen stemmen sich Nintendo und Sony gegen die „Mobile Games“- Übermacht von Apple und leistungsfähigen Smartphones

 

Als vor Kurzem die magische Marke von zehn Milliarden heruntergeladenen Programmen in Apples App-Store übersprungen wurde, schrillten in Japan die Alarmglocken. Die traditionellen Konsolenhersteller fürchten um ihre Vormachtstellung im mobilen Games- Bereich.

Sie haben allen Grund dazu: Fast jede zweite gekaufte iPhone-Anwendung ist ein Spiel, beim iPad ist es immerhin jede vierte. Die Preise der Apps sind wesentlich günstiger, die vorhandene Gerätebasis ist beeindruckend. Laut Apple sind über 160 Millionen iPhone, iPod touch- und iPad-Geräte registriert. Und: Auch andere Hersteller haben leistungsfähige Smartphones, Tablet-PC sowie passende Spiele-Apps im Sortiment.

Klar, dass sich Nintendo und Sony mit neuen Hosentaschenkonsolen gegen die Konkurrenz stemmen. Die Wege könnten allerdings nicht unterschiedlicher sein. Am 25. März veröffentlicht Nintendo mit dem 3DS ein rund 200 Euro teures Gerät, das Spielen mehr Raum gebenmöchte – buchstäblich

Die abwärtskompatible Konsole besitzt wie der Vorgänger DS zwei Bildschirme. Der untere ist gewohnt berührungsempfindlich. Der obere erzeugt 3D-Bilder, für deren Wahrnehmung keine Spezialbrille nötig ist.

Über technische Details schweigt sich Nintendo weitestgehend aus. Bei einer Veranstaltung in Amsterdam konnten Journalisten das Gerät jedoch bereits in den Händen halten und testen. Der Ersteindruck: Das 3DS besitzt genügend Rechenkraft, um auch aufwendigere Spiele darzustellen.

Unter Zugzwang geraten, legt Sony nach. Gegen Jahresende soll der Nachfolger der PlayStation Portable erscheinen, der momentan den Arbeitstitel NGP trägt – die Kurzform von „Next Generation Portable“ (deutsch: tragbare Spielekonsole der nächstenGeneration). Die Ausmaße und das Design ähneln der PlayStation Portable. Doch im Gehäuse steckt modernste Technik. Ein Vierkernprozessor des Apple-Lieferanten ARM sowie ein potenter Grafikchip sollen die NGP auf das Leistungsniveau der PlayStation3 hieven.

Zudem übt Sony den Schulterschluss mit Apples größtem Konkurrenten: Google. Auf dessen Betriebssystem Android basiert der Service „PlayStation Suite“ – eine Art Store, über den klassische PlayStation-Inhalte auch Smartphone-Nutzern (ab Android- Version 2.3) zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig bietet er freien Entwicklern die Möglichkeit, Spiele und Anwendungen für die NGP zu programmieren.

 

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