Halbfinal-Serie wieder ausgeglichen EHC München: Meisterhafte Leistung gegen Augsburg

Glückwunsch! Joslin (l.) mit Teamkameraden. Foto: gepa pictures/ho

Mit einem 2:1-Sieg in Augsburg schlägt der EHC zurück und gleicht die Halbfinal-Serie wieder aus. "Wir haben heute einen Weg gefunden", jubelt Joslin, der mit zwei Toren zum Matchwinner wird.

Augsburg - Die größte Stärke des EHC Red Bull München in den vergangenen drei Jahren, den Meisterspielzeiten, war es, immer dann die beste Leistung abzurufen, wenn der Druck am größten war. Und auch in diesem Jahr scheint dem EHC diese meisterhafte Fähigkeit nicht völlig abhandengekommen zu sein. Mit 2:1 gewannen die Red Bulls gestern abend das vierte Spiel der Halbfinal-Serie um die deutsche Meisterschaft und glichen nach Spielen damit auf 2:2 aus. Zum Matchwinner wurde Verteidiger Derek Joslin, der beide Münchner Tore (3. und 45. Minute) erzielte.

"Das ist großartig für uns, wir haben uns das Heimrecht zurück geholt", sagte Joslin bei Magentasport, "wir haben heute einen Weg gefunden, mehr Verkehr vor deren Torwart zu machen." Es waren Joslins erste beiden Playoff-Tore in dieser Saison, insgesamt hat der offensivstarke Abwehrspieler, dessen Teamkollegen in den vorangegegangenen drei Spielen mit ihrer Chancenverwertung gehadert hatten, nun sieben Treffer in dieser Spielzeit erzielt.

EHC startete gut in die Partie gegen Augsburg

Wie groß der Druck auf die Red Bulls gewesen war, konnte man an der Reaktion von Trainer Don Jackson nach dem Spiel erkennen, der wegen zweier umstrittener Szenen wutentbrannt auf den Schiedsrichter einschrie. Nie zuvor unter Jackson waren die Red Bulls in einer Playoff-Serie zuvor mit 1:2 in Rückstand gelegen, mit einer weiteren Niederlage hätten die Münchner bereits am Freitag einen Matchpuck gegen sich gehabt.

Dass es nicht so kam, lag unter anderem an einem guten Start des EHC in die Partie: Schon nach einer halben Minute erhielten die Red Bulls eine Gelegenheit in Überzahl, Joslin zog von der blauen Linie ab und die Scheibe schlug hinter Augsburgs Torhüter Olivier Roy, der in den bisherigen Partien so überragend gehalten hatte, im Netz ein – das 0:1 nach 123 Sekunden. In einem hochintensiven und emotionalen Spiel erkämpfte sich Augsburg insgesamt ein leichtes Übergewicht an Torchancen, zumal der EHC ab der 18. Minute für fünf Minuten in Unterzahl spielen musste. Patrick Hager hatte nach einem harten Check gegen Simon Sezemsky fünf Minuten plus eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhalten.

Augsburger versuchten wütende Angriffe

"Das ist eine harte Entscheidung", meinte Magentasport-Experte und Ex-Nationalspieler Rick Goldmann, "Hager springt nicht ab, es ist auch kein Ellenbogen dabei, aber wahrscheinlich sieht ihn Sezemsky nicht kommen."

Hatte in den ersten drei Partien noch der EHC mit seiner Chancenverwertung gehadert, waren es diesmal die Augsburger, die sich über mangelnde Effizienz beklagten. Anders die Münchner, für die Joslin im Nachschuss zum 2:0 traf (45.) –zuvor war John Mitchell an Roy gescheitert. Es war die erste Zwei-Tore-Führung für die Red Bulls in dieser Serie.

Wie würden beide Teams nun mit dieser ungewohnten Situation umgehen? Die Augsburger versuchten es mit wütenden Angriffen – und kamen mit Glück zum Anschlusstreffer. Von hinter dem Tor schoss David Stieler Danny aus den Birken an, und von Münchens Torwart rutschte die Scheibe ins Tor (46.). Aus den Birken, der bis dahin stark pariert hatte, sah dabei nicht glücklich aus. Nachdem ein Treffer von Kapitän Michael Wolf wegen Torwartbehinderung nach Videobeweis nicht zählte, musste der EHC bis zum Schluss zittern, brachte den so wichtigen Sieg aber über die Zeit.

 

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