Hagel, Überschwemmung, Sturm Unwetter-Schäden: Was zahlt welche Versicherung?

Viele Bayern und Baden-Württemberger stehen nach dem Unwetter von Sonntagnacht vor einem Trümmerhaufen - was Versicherte jetzt tun sollten. Foto: dpa/AZ

Überflutete Keller, demolierte Autos, kaputte Fensterscheiben - Unwetterschäden gehen schnell in existenzbedrohende Höhen. Gut, wenn man versichert ist. Aber welche Versicherung zahlt was und wann?

 

München/Ansbach – Unwetter-Tief Elvira hat ganze Arbeit geleistet – auch in Bayern. Vor allem im Kreis Ansbach sind die Spuren der Zerstörung enorm. Ganze Straßenstriche sind verwüstet, Autos wurden wie Spielzeug weggespült, Wohnhäuser stark beschädigt, Keller liefen voll Wasser.

Seit Montagmorgen laufen bei der Versicherungskammer Bayern die Telefone heiß, wie ein Sprecher in München sagte. Für Schätzungen zur Schadenshöhe sei es zwar noch zu früh, doch die Kosten werden hoch, so viel steht fest.

Damit Sie nicht auf den Schäden sitzen bleiben, die nach so einem Unwetter schnell mal in die Zehntausende gehen können, sollten Sie vor allem schnell reagieren. Denn häufig müssen Versicherte laut Vertrag die Schäden unverzüglich melden, damit sie den vollen Versicherungsschutz nicht gefährden, betont beispielsweise der Bund der Versicherten (BdV). Worauf es noch ankommt, lesen Sie hier:

Benachrichtigung der Versicherung

Schriftlich sollte dies per Einschreiben erfolgen. Als erste Maßnahme kann es aber auch ausreichen, anzurufen oder eine E-Mail mit einer Schadensbeschreibung zu schicken. Wer von einem Vermittler betreut wird, sollte auch diesen unverzüglich informieren.

Die Versicherung muss die Möglichkeit haben, den Schaden zu begutachten. Zur Dokumentation sollten Betroffene Fotos machen, rät der BdV. Daneben ist eine genaue Aufstellung der beschädigten Gegenstände sinnvoll sowie Zeugenaussagen. In der Regel wird die Versicherung einen Gutachter schicken, der sich den Schaden ansieht. Wichtig zu beachten: Beschädigte Gegenstände nie ohne ausdrückliche Zustimmung des Versicherers entsorgen.

Versicherten-Pflicht: Schaden gering halten

Allerdings gilt auch: Der Versicherte muss den Schaden gering halten. Zerbrochene Fenster muss er also abdichten oder Hausrat im Keller in Sicherheit bringen, wenn zum Beispiel mehr Regen droht und die Schäden dadurch noch größer werden könnten. Sich einfach zurückzulehnen in der trügerischen Sicherheit, dass die Versicherung sich um alles weitere kümmert, kann schnell nach hinten losgehen.

Welche Schäden zahlt welche Versicherung?

Dachziegel und Fensterscheiben: Alle Schäden, die direkt am Gebäude entstanden sind, übernimmt die Wohngebäudeversicherung, erläutert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wird der Keller überschwemmt, zahlt sie aber nur, wenn extra eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen wurde. Sie gleicht Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch oder Lawinen aus.

Elektrogeräte und Möbel: Für Schäden am Wohnungsinventar ist die Hausratversicherung zuständig. Sie zahlt etwa für Elektrogeräte, die nach einem Blitzschlag beschädigt wurden, oder Möbel, die der Regen infolge einer zerbrochenen Scheibe durchnässt hat.

Auto: Schäden am Auto zahlt die Teilkaskoversicherung. Die Kosten für verbeultes Blech oder kaputte Scheiben werden in der Regel in voller Höhe erstattet.

 

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