Hackerbrücke Stromausfall! 70 Minuten im dunklen Zug

Mussten im Dunklen ausharren: Anita F. und ihr kleiner Sohn Christian. Foto: Daniel von Loeper

Nicht's geht mehr: Anita F. (28) sitzt am Donnerstag mit Dutzenden Fahrgästen über eine Stunde im Regionalzug an der Hackerbrücke fest - ohne zu wissen was denn los ist.

 

München Es war ein aufwühlender Tag gewesen. Anita F. (28) kam aus dem Schwabinger Krankenhaus. Dort lag ihr Sohn Christian. Der Zweieinhalbjährige ist nierenkrank, er brauchte Infusionen. Seit Tagen pendelte die junge Mutter zwischen München und Moosburg hin und her.

Am Donnerstagnachmittag wollte die 28-Jährige mit der Regionalbahn nach Landshut kurz nach Hause fahren. Dort warteten ihre beiden anderen Kinder, Adrian (13 Monate) und Vanessa (4,5 Jahre) sowie ihr Mann.

Später wollte Anita F. wieder zu ihrem kranken Sohn fahren. Doch statt 36 Minuten war die Moosburgerin zweieinhalb Stunden unterwegs – davon verbrachte sie über 70 Minuten mit Dutzenden anderen Fahrgästen eingesperrt im Zug. Ein Stromausfall zwischen der Hackerbrücke und der Donnersberger Brücke hatte den Elektrozug lahm gelegt.

„Es brannte kein Licht, auch die Toilettentür ging lange nicht auf. Niemand wusste, wann es weiter geht. Warum wurde der Zug nicht evakuiert?“, fragt Anita F.

Mindestens genau so sehr ärgerte sich die Mutter aber später, als der Zug bis Freising fuhr – wo erstmal Endstation war. Dort wollte sich die Mutter, die über 70 Euro für ihre Monatskarte zahlt, wenigstens das Geld für die Fahrt erstatten lassen. Sie sollte sich am Servicepoint melden.

„Da war ein Riesen-Chaos, keiner wusste was, andere Züge fielen auch aus oder hatten Verspätung. Und 25 Prozent Rückzahlung ab 60 Minuten Verspätung stimmt auch nicht ganz“, ärgert sich die Bahnfahrerin. „Kostete die Karte unter 4 Euro, zahlen sie gar nichts. Eine Frechheit!“

Ein Bahnsprecher bestätigte der AZ, dass ein Oberleitungsschaden die Ursache für den Stromausfall war. Die Fahrgäste in der Regionalbahn hatten einfach Pech. Ein Regionalexpress nach Ingolstadt, der ebenfalls festsaß, konnte nach 30 Minuten weiterfahren. Andere Züge wurden umgeleitet.

„Evakuieren wäre zu gefährlich gewesen. Wir können uns nur entschuldigen“, sagte der Bahnsprecher.
Die betroffenen Passagiere können die Erstattung mit Originalticket auch per Post beantragen. Formulare gibt es unter www.bahn.de
 


 

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