Gute Tat nach Unfall Mutter des Opfers bringt Unfallfahrer zum Flugzeug

Völlig verbeult steht der Fiat Punto auf dem Gehweg. Im Hintergrund: der BMW des Unfallverursachers. Foto: privat

Obwohl ein Südtiroler das Auto ihres Sohnes (26) schrottreif fuhr, bring Judith R. den Fremden zum Flughafen. "Sowas kann passieren. Er hätte sonst das Flugzeug verpasst", sagt die 57-Jährige

 

München/Rosenheim - Das ist echte Hilfsbereitschaft: Obwohl ihr Sohn unverschuldet in einen Unfall geraten ist, hat Judith R. (57) auch Mitgefühl für den Unfallverursacher und dessen Freundin. Denn die beiden Südtiroler waren auf dem Weg zum Flughafen. Die Abflugzeit rückt immer näher. Der Ferienflieger wird wohl ohne die Tiroler in die Dominikanische Republik abheben. Kurz entschlossen fordert Judith R. das Paar auf, in ihr Auto einzusteigen und bringt sie zum Flughafen – gerade noch rechtzeitig.

Es ist kurz nach 8 Uhr, als die Südtiroler in einem silberfarbenen BMW auf dem Weg zum Franz-Josef-Strauß-Flughafen sind. Der Verkäufer (42) und seine Freundin wollen zehn Tage in der Dominikanischen Republik verbringen. Abflug der Maschine ist um 10.30 Uhr. Zur gleichen Zeit ist Martin R. (26) aus dem Landkreis Rosenheim in seinem schwarzen Fiat Punto unterwegs. Der Rettungsassistent ist auf dem Weg zur Arbeit beim MKT. Am Landgasthof Altwirt in Faistenhaar treffen sie aufeinander. Als der Italiener von der Staatsstraße 270 auf die Kreisstraße M14 abbiegen will, übersieht er den Fiat Punto, in dem der Rettungsassistent sitzt.

Die Autos krachen zusammen, der Fiat schleudert auf den gegenüberliegenden Gehweg, der BMW prallt gegen ein Straßenschild. Alle Airbags öffnen sich, verletzt wird glücklicherweise niemand. Aber beide Fahrzeuge sind nicht mehr fahrtüchtig, müssen abgeschleppt werden. Martin R. verständigt die Polizei und seine Eltern. „Wir saßen gerade beim Frühstück“, erzählt Judith R. Sie und ihr Mann machen sich sofort auf den Weg. Sie fahren in zwei Autos, falls ihr Sohn mit einem in die Arbeit weiterfahren will. Doch wer noch mehr als der Sohn Hilfe braucht, ist das Paar aus Südtirol.

„Sie waren völlig fertig“, sagt Judith R. „Für mich war es selbstverständlich zu helfen. So ein Unfall kann passieren. Sachschäden kann man beheben, aber die mussten einfach so schnell wie möglich zum Flughafen.“ Erst auf ein Taxi zu warten, hätte zu viel Zeit gekostet. Martin R. und sein Vater kümmern sich ums Abschleppunternehmen und geben am Flughafen Bescheid. Und Judith R. fährt so schnell sie kann. Gerade noch rechtzeitig erreichen die Urlauber ihr Flugzeug. „Zwei Minuten später und sie hätten ihn verpasst!“

 

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