Gscheidle-Marke versteigert Minister-Gattin verschickt Rarität für 43.000 Euro

Marianne Rapp Ohmann präsentiert den Gscheidle-Brief der für 53.680 Schweizer Franken (43.000 Euro)im Schweizer Auktionshaus Rapp versteigert wurde. Der Brief wurde übrigens in München abgeschickt. Foto: Kurt Zubuehler InspirationBil

In der Schweiz ist eine Briefmarke der Bundespost versteigert worden, die es gar nicht geben darf: Ein Wertzeichen zu Olympia 1980 in Moskau, wo die Bundesrepublik nicht vertreten war.

MÜNCHEN Offiziell ist es eine „nichtamtliche Briefmarke“. Inoffiziell ist es eine der lustigsten Geschichten der Philatelie: In der Schweiz ist im Auktionshaus Rapp eine sogenannte „Gscheidle-Marke“ versteigert worden – für umgerechnet 43.000 Euro.

Es handelt sich um eine Briefmarke der Deutschen Bundespost, die eigentlich zu den Olympischen Spielen 1980 in Moskau herausgegeben werden sollte. Da die Bundesrepublik sich aber entschloss, die Spiele wegen des Einmarsches der Sowjets in Afghanistan zu boykottieren, wurden die Postwertzeichen vernichtet - bis auf drei Bögen, die zuvor schon dem damaligen SPD-Postminister Kurt Gscheidle († 2003) übergeben worden waren.

Sein Sohn und seine Ehefrau Elisabeth nutzten die Marken irrtümlich zwischen 1982 und ’83, um private Post zu frankieren, unter anderem eine Postkarte für ein Preisausschreiben. So gelangtenmindestens 24 Exemplare in Umlauf.

Unter Philatelisten wurden diese Marken bald zu Höchstpreisen gehandelt. Sie zählen zu den wertvollsten deutschen Briefmarken nach 1945. 2008 wurde ein Exemplar, welches auf einer Postkarte verwendet wurde, bei einer Auktion für 85.000 EUR versteigert. Die bis dato letzte Gscheidle-Marke wurde im Oktober 2010 für 26.000 Euro in Düsseldorf versteigert.

 

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