Grusel-Fund vor Philippinen Mumie von deutschem Weltumsegler auf Yacht gefunden

Die Leiche eines Seglers ist vor der Küste der Philippinen entdeckt worden. Er kam wohl aus Deutschland. Auf der Yacht wurden Papiere und Fotos gefunden. Foto: dpa, az

Eigentlich wollen Christopher R. (23) und sein Freund nur raus aufs Meer, Fische fangen. Doch dann sichten sie am Nachmittag etwa 62 Seemeilen vor der Küste der Provinz Surigao del Sur im Süden der Philippinen eine Yacht. Das Geisterschiff treibt führerlos im sogenannten "Tor zur Südsee". In der Kabine entdecken die Fischer einen Toten, die mumifizierte Leiche des deutschen Weltumseglers Manfred B.

 

Mit Schlagseite treibt das Segelboot im Wasser. Algen und Muscheln haben sich am Rumpf der "Sayo" festgesetzt. Die Aufbauten der Yacht sind schwer beschädigt, die Segel zerfetzt. Offenbar war das Boot vor einiger Zeit in einen schweren Sturm geraten.

Die Fischer gehen mit ihrem Boot längsseits und klettern an Bord der beschädigten Yacht. Christopher R. (23) beginnt das havarierte Schiff zu durchsuchen. Unter Deck machte er eine schreckliche Entdeckung. Im Funkraum der "Sayo" stößt er auf eine Leiche. Die salzige Meeresluft hat den Toten zur Mumie konserviert. Der Oberkörper des Toten ist leicht nach vorne gebeugt, der rechte Arm ruht angewinkelt auf dem Tisch. Im Hintergrund sind Funkgeräte und andere elektronische Geräte zu erkennen.

Die Fischer alarmieren über Funk die Polizei in Barobo und schleppen die "Sayo" in den Hafen.

Als die Ermittler das Boot und die Leiche untersuchen, entdecken sie Dokumente. Die philippinischen Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Toten um den Deutschen Manfred B. handelt. Seine letzte gemeldete Adresse: Le Fort-De-France, die Hauptstadt des Inselparadieses Martinique.

Weder der Todeszeitpunkt, noch die Todesursache sind derzeit bekannt.

Er gilt als erfahrener Seefahrer. Er ist auf einem Segeltörn rund die Welt. Laut einer an Bord gefundenen Urkunde überquerten er und seine Frau Claudia 2008 auf dem Weg von Singapur nach Durban (Südafrika) den Äquator.

Seine Frau Claudia starb am 2. Mai 2010. "30 Jahre sind wir gemeinsam den selben Weg gegangen. Dann wurde die Kraft der Dämonen stärker als der Wille zu Leben. Du bist gegangen", schreibt Manfred B. in einem Internetforum für Weltumsegler. "Möge Deine Seele ihren Frieden finden", endet die Nachricht.

Knapp sechs Jahre später ist nun auch Manfred B. tot, gestorben unter mehr als mysteriösen Umständen. Weder der Todeszeitpunkt, noch die Todesursache sind derzeit bekannt. Möglicherweise wurde der Weltumsegler krank, er könnte aber auch in einen Sturm geraten sein oder er wurde von Piraten überfallen und ermordet.

Die Polizei von Barobo ermittelt. "Wir behandeln die Yacht wie einen Tatort", sagt ein Polizeisprecher. Der Leichnam soll in der Gerichtsmedizin der Bezirkshauptstadt Butuan obduziert werden. Die Polizei hat Kontakt mit der deutschen Botschaft aufgenommen.

 

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