Grundsteinlegung 45 neue Wohnungen für sozial benachteiligte Familien

In der Kapsel für den Grundstein sind eine aktuelle Zeitung, eine Urkunde und ein Haufen Diridari drin. Foto: Ursula Düren/dpa

Der Grundstein liegt: An der Max-Bill-Straße baut der Verein Horizont sein zweites Haus mit 45 Wohnungen für sozial benachteiligte Familien. Die Anlage soll auch für die Nachbarn offen sein.

 

Schwabing - Was isn da los? Kann ich einen Ballon haben?“ Die Kinder aus der Nachbarschaft, die grad von der Schule heimkommen beäugen neugierig die kleine Gruppe, die sich aus irgendwelchen Gründen eine Baugrube zum Weißwurschtessen und Zuprosten ausgesucht hat.

Es ist fix erklärt: Da wird ein Haus gebaut mit Wohnungen für neue Nachbarskinder und jetzt feiern die Leute das. Am Freitag legte der Verein Horizont den Grundstein für das neue Projekt Horizont-Haus 2. Ein Silberstreif für Münchner in Not: Hier entstehen 48 Wohnungen für Familien, die es schwer haben, geflüchtet sind oder häusliche Gewalt erlebt haben. Knapp 5000 Quadratmeter Nutzfläche stehen nach der geplanten Eröffnung 2018 dafür zur Verfügung. Im Gegensatz zum Horizont-Haus 1 widmet sich das Projekt nicht ausschließlich Müttern mit Kindern.

Für die Betreuung soll aber gesorgt sein – eine Krippe mit 12 Plätzen und ein Kindergarten für 25 Kinder sind geplant, außerdem ein Schulförderprogramm, das auch die Kinder der Umgebung nutzen dürfen. Das Horizont-Haus 2 liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des wachsenden Wohnquartiers am Domagkpark. Zu dem hin soll sich das Projekt öffnen. Geplant sind daher eine Kulturbühne, ein Ganztagsbistro, ein Naturspielplatz und ein Kinder- und Jugendwerkstatt.

Eine finanziell und persönlich tatkräftige Unterstützerin hat der Verein in Edda Alfke gefunden, die eigentlich in Spanien lebt aber über ein Fernsehinterview mit Vereins-Gründerin Jutta Speidel aufmerksam wurde. Horizont hat sie so sehr überzeugt, dass sie für das neue Projekt eine Bettchen-Aktion gestartet hat – statt Geld können hier Betten für das Horizont-Haus 2 gespendet werden. Jutta Speidel erinnert sich noch an die Eröffnung des ersten Horizont-Hauses, dessen Adresse geschützt ist. Damals habe sie weder Erfahrung noch bestimmte Erwartungen an das Projekt gehabt – nur eine Vision: „Ich schau mir München an, ich seh ja, was hier gebraucht wird. Wichtig ist, dass man eine Vision hat, wie man helfen kann und dann anfängt“, schildert sie.

Das Haus 1 ist eine temporäre Unterkunft auf bis zu 18 Monate. Einige der Familien werden 2018 mit umziehen. Und dann auf Dauer bleiben können.

 

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