Gruft auf dem Westfriedhof verkommt Franz von Lenbach: So modert der Malerfürst

Kein würdiges Erinnern: Bilder von der sanierungsbedürftigen Gruft des „Malerfürsten“ Franz von Lenbach auf dem Westfriedhof. Foto: Brigitte Langenmayr

Die Gruft des berühmten Portraitmalers Franz von Lenbach auf dem Westfriedhof ist stark sanierungsbedürftig.

 

Moosach - Auf den ersten Blick ist es ein sehr imposanter Anblick, wenn die Sonne auf die hoch aufragende Gruft des Münchner Malers Franz von Lenbach fällt. Der für seine Porträtmalereien berühmte Lenbach, dessen hohe gesellschaftliche Stellung und dessen Lebensstil ihm den Namen „Münchner Malerfürst“ einbrachten, wurde 1904 auf dem Westfriedhof in München beigesetzt – in einem von der Stadt bereitgestellten Ehrengrab. Genau: im Grab Nummer 81, an der Mauer links.

Die Ehrengräber werden von der Stadt gepflegt – und das kostet viel

Über 110 Jahre ist das her – und wenn man sich die Lenbachgruft heute einmal genauer anschaut, bröckelt die imposante letzte Ruhestätte. „Es schaut schlimm aus“, findet die Moosacherin Brigitte Langenmayr. Die 58-jährige ist entsetzt, dass die Stadt das Ehrengrab eines so berühmten Münchners verkommen lässt. An den Gittern, mit denen die Gruft verschlossen ist, nagt der Rost. Von der steinernen Bank innen ist ein Teil des Pfostens abgebrochen, die Löwen, mit denen sie geschmückt ist, haben schon große weiße Flecken. „Das Lenbachhaus, vor allem der Garten dort, ist so schön“, sagt Langenmayr. Sie hat sich sogar eine Jahreskarte gekauft. „Aber wenn man das hier dagegen sieht, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht.“

Vor zwei Jahren wurde die Fassade saniert

Für die städtischen Ehrengräber übernimmt die Stadt sämtliche Kosten – und daran hapert es oft. Denn eine Sanierung von einer Gruft dieser Größe dürfte teuer werden. Bertram Keiler von der Zweigstelle Städtische Friedhöfe des Referats für Gesundheit und Umwelt ist mit der Lenbachgruft am Westfriedhof vertraut. Vor zwei Jahren habe bereits eine Sanierung von außen stattgefunden, bei der alles gesäubert wurde, erzählt er. Außerdem wurden neue Vierungsbögen eingesetzt, der Bewuchs aus den Treppenstufen entfernt und brüchige Stufen ausgetauscht.

Die Städtischen Friedhöfe München sind für die tatsächliche Instandhaltung der einzelnen Gräber zuständig, bekommen aber auch Beratung vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, erklärt eine Sprecherin. Dort ist bis jetzt keine Anfrage bezüglich der Gruft von Franz Lenbach eingegangen. „Wir behalten das Grab im Auge“, sagt Keiler – bittet aber noch um ein wenig Geduld. Es sei geplant, die Gruft im nächsten Jahr in die Restaurierungsmaßnamen aufzunehmen.

 

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