Grünen-Fraktionschefin im Landtag Katharina Schulzes Windkraft-Blackout bei Markus Lanz

Grünen-Politikerin Katharina Schulze mit Moderator Markus Lanz in seiner Sendung Foto: Screenshot ZDF Mediathek

Katharina Schulze spricht bei Markus Lanz über die Energiewende –  und weiß auf eine konkrete Nachfrage keine Antwort. Darum geht’s.

 

München - Wer schon einmal im Schulunterricht vom Lehrer ausgefragt wurde, kennt das Gefühl: Leere im Kopf, schweißnasse Hände, Stottern – ein Blackout. So ähnlich muss es wohl der bayerischen Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze gegangen sein, als Moderator Markus Lanz sie in seiner Sendung am Mittwochabend in die Zange nahm. Allerdings ging es dabei um etwas mehr als um eine schlechte mündliche Note.

Das war passiert: Zunächst sprach Schulze mit Lanz unter anderem über die Mobilitätswende in Städten. Als nächstes Thema war dann die Energiewende dran und Schulze durfte in einem Traum-Szenario den Platz von Wirtschafts- und Energieminister Peter Altmaier einnehmen.

Schulze bei Lanz: Was ist die Forderung der Grünen?

Dabei stellte Lanz die Frage, warum es denn in Bayern so wenig Windräder gebe. Schulze hatte die passende Antwort parat: "Weil die CSU-Regierung in Bayern ein Windkraft-Verhinderungsgesetz gemacht hat." Sie spielte damit auf die 10H-Regel an. Die beschreibt den Abstand, in dem um ein Windrad kein Haus stehen darf: Nämlich zehnmal so weit, wie das Windrad lang wäre, wenn man es "umknickt" und hintereinanderlege, wie Schulze anschaulich erklärte. So weit, so richtig.

Diese Regelung kritisierte sie und würde sich stattdessen auch in Bayern lieber an die bundesweiten Immissionsschutzrichtlinien halten, führte die Grüne aus. Als Lanz aber nachfragte, welchen Abstand sie sich genau vorstellt, kam sie ins Stocken. "So, wie es in den Immissionschutzrichtlinien auf Bundesebene ausgestaltet ist" sagte Schulze. "Heißt, heißt...?", hakte Lanz nach.

Und die Politikerin ist blank: "Ich kann die genauen...ich weiß nicht ganz genau was...ich hab...sorry, das weiß ich leider gerade nicht", sagt Schulze. "Sie sind dafür, sie wissen aber nicht, was ist?", fragt Lanz erstaunt. Schulze kann nur lächeln. Lanz entschuldigt sich, er habe sie wohl "auf dem falschen Fuß" erwischt. Schulze entschuldigt sich ihrerseits, sie wisse sie Zahl, diese sei ihr im Moment aber entfallen.

Der Moderator lenkt souverän ein, verweist auf die Live-Situation, sagt schlicht: "Vergessen Sie’s einfach" – und lässt Schulze einfach weitersprechen. Gut, dass Lanz kein Lehrer ist.

So entschuldigt sich die Grünen-Fraktionschefin

Katharina Schulze nahm ihren Ausfall gelassen – am Donnerstag postete sie ein Entschuldigungs-Video auf ihrem Instagram-Account: "Ich wusste eine Zahl nicht!", erzählt sie in ihrer Insta-Story. "Die ist mir einfach nicht mehr eingefallen. Vielleicht kennt ihr das ja auch?"

Sie habe sich ja dann entschuldigt und festgestellt: alles nicht so schlimm, die Welt gehe nicht unter. Der AZ sagt sie: "Ja, da hatte ich einen kurzen Hänger, was die exakte Regelung betrifft –das kann mal passieren." Sie bleibt aber dabei: Die CSU habe die Windkraft in Bayern "abgewürgt". "Darum gehört die 10H-Regel abgeschafft!"

Abstandsregel: So wär’s richtig gewesen

Vielleicht hätte sich Katharina Schulze einen Spickzettel in die Markus-Lanz-Sendung mitnehmen sollen. Die richtige Antwort wäre nämlich gewesen, dass es gar keine bundeseinheitliche Regelung zum Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung gibt, wie sie auf AZ-Anfrage auch nochmals klarstellt. Die Länder haben unterschiedliche Regelungen – in Bayern gilt eben der besonders strenge 10H-Abstand.

Das Bundesimmissionsschutzgesetz, das Schulze nennt, macht zu Windkraftanlagen lediglich Vorgaben, die etwa den Lärmschutz oder Natur- und Artenschutz betreffen.

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