Großbordell an der Hoferstraße Puff in Perlach: Vermieter klagt gegen die Stadt

An der Hoferstraße 19, 19a und 19b werden Zimmer an Prostituierte untervermietet. Bei den meisten Zimmern jedoch ohne Genehmigung. Kleines Bild: Auf diesen Fotos kann man schon einmal sehen, was einen erwartet: ein Aushang der an der Hoferstraße tätigen Damen. Foto: anf/AZ

In Perlach werden in einem Gebäudekomplex Zimmer an Prostituierte vermietet. Der Besitzer will dieses Angebot ausweiten – selbst wenn die Stadt dagegen ist.

München - Münchens Reeperbahn kommt doch nicht in den Osten – zumindest auf dem Papier. Die Eigentümergemeinschaft der Anwesen Hoferstraße 19, 19a und 19b wollte in den drei Häusern den Bordellbetrieb ausweiten. Die Stadt untersagte das und wird von dem Verwaltungsgericht wohl Recht bekommen.

Sex in 62 Zimmern

Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus: Denn an der Hoferstraße 19 in Perlach gehen die Freier schon seit geraumer Zeit ein uns aus. In deutlich mehr Zimmern als genehmigt.

In 62 Zimmern wird Sex angeboten – genehmigt ist es nur in neun Von außen sieht der Drei-Häuser-Komplex recht unscheinbar aus. Schlichte Fassaden, weit und breit keine Leuchtreklame, nur ein paar gepixelte Fotos von leicht bekleideten Damen im Innenhof und weiß-blaue Schilder, die zu den verschiedenen Bordellen weisen: „Butterfly 19“, „Venus 19“ oder „Cherry Ladies“ bieten in den Häusern ihre Dienste an.

Peter K., der Geschäftsführer der Grundstücksgemeinschaft an der Hoferstraße, vermietet die Zimmer nicht direkt an die Prostituierten, sondern an verschiedene Salons. Diese vermieten an die Frauen weiter. Im Haus 19a sind vier Zimmer für „erotische Massagen“ genehmigt. In 19b fünf für den Bordellbetrieb.

Fotos der Prostituierten im Innenhof

In 35 weiteren wird jedoch ohne Genehmigung das horizontale Gewerbe ausgeführt. Im Haus Nummer 19, in dem sich auch ein Bistro und eine Spielhalle befinden, in 18 Zimmern. Ein Vollsortimenter in Sachen Vergnügen – nur auch hier ohne die Bordellgenehmigung.

Bei der Stadt wollte sich Peter K. das Geschäft nun absegnen lassen und hat beantragt, in den nur für Büronutzung gedachten Räumen Bordellbetrieb zu erlauben.

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Die Stadt lehnte ab, man wollte nicht, dass das Viertel ins Rotlichtmilieu kippt und so anderen Unternehmern vor Ort schadet. Dagegen klagte K. Das Verwaltungsgericht ließ bei der Verhandlung gestern durchblicken, dass die Stadt wohl richtig entschieden hat. Das Urteil fällt heute.

Der Betrieb wäre dann zwar weiter nicht genehmigt, wird aber vorerst weiterlaufen. Die Stadt müsste erst eine „Nutzungsuntersagung“ für den Bordellbetrieb aussprechen. Bis das geschieht, können an der Hoferstraße noch eine Weile die Freier ihren Vergnügungen nachgehen.

 

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