Griechen zahlen Bauzaun nicht Griechische Schule: Drohung an der Bauruine in Berg am Laim

Der Rohbau der Griechischen Schule in Berg am Laim. (Archivbild) Foto: gm

Nach dem Ärger um den Zutritt der Stadt München zum Gelände der Griechischen Schule gibt es jetzt Wirbel um einen Bauzaun.

 

München - Die Stadt hat wieder Zutritt zu ihrem Eigentum, dem Grundstück der Griechischen Schule an der Hachinger-Bach-Straße.

Das wurde ausgerechnet am 1. April bekannt und ist kein Aprilscherz, obwohl es ganz so wirkt. Wie berichtet, hatten die Hellenen das 17.000-Quadratmeter-Areal zu ihrem Hoheitsgebiet erklärt, nachdem sie über Jahre sämtliche Fristen für den Bau gerissen hatten und es vertragsgemäß an die Landeshauptstadt zurückfiel. Die aber konnte ihr eigenes Grundstück nicht betreten.

Kommunalreferat sichert Rohbau-Ruine

Jetzt allerdings haben sich die Griechen selbst ins Abseits manövriert – indem sie die Miete für den Bauzaun nicht zahlten. Rund 50.000 Euro schulden sie inzwischen der Baufirma, die vergangene Woche ganz einfach den Zaun abbaute. Ungesichert lag danach die Rohbau-Ruine direkt neben dem Michaeli-Gymnasium da.

Das Kommunalreferat erfuhr davon am Donnerstagabend und zog – ganz ungewöhnlich schnell – noch am gleichen Tag einen städtischen Zaun ums Gelände. "Verkehrssicherungspflicht", so die Begründung. Was auf den ersten Blick nicht zu erkennen war, machten die Griechen schnell kenntlich. Die hängten nämlich ein Schild vor die Bauruine, das durchaus als Drohung verstanden werden kann.

Antike griechische Drohung an Bauzaun

"Molon labe" stand da in Altgriechisch zu lesen und das bedeutet "Komm und hol sie dir". Für den Deutschen nicht gleich verständlich, in Griechenland aber ein geflügeltes Wort mit hoher militärischer Bedeutung.

Laut Überlieferung geht es auf das Jahr 480 vor Christus zurück, als ein großes Perser-Heer vor den Thermophylen gegen ein paar Spartaner kämpfte. Die wollten den Weg nach Griechenland blockieren. Die Aufforderung von Perserkönig Xerxes, die Waffen niederzulegen, sollen die Spartaner damals mit dem inzwischen legendären Ruf "Molon labe!" beantwortet haben. Diese Kampfansage konnten die Münchner also am Montag vor der Rohbau-Ruine in Berg am Laim lesen, schnell hängte die Stadt das Schild wieder ab.

Inzwischen fragt man sich nicht nur im Stadtrat, wie die Griechen Bau oder Miete bezahlen wollen, wenn sie nicht mal das Geld für den Bauzaun aufbringen. Beendet werden soll diese Posse mit der Stadtratsentscheidung am 10. April.

 

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